Sozialhilfe im ländlichen China : trägt sie zur Armutsreduktion bei? / Lena Kuhn, Stephan Brosig, Linxiu Zhang
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881014680
URN
urn:nbn:de:gbv:3:2-76045
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Körperschaft
Erschienen
Halle (Saale) : Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO), Februar 2017
Umfang
1 Online-Ressource (4 Seiten = 2,55 MB) : Illustrationen
Ausgabevermerk
Sprache
ger
Anmerkungen
Inhaltliche Zusammenfassung
Zur Bekämpfung absoluter Armut im ländlichen China wurde 2007 landesweit das "Rural Minimum Living Standard System" eingeführt, welches direkte finanzielle Unterstützung für ländliche Haushalte unterhalb der Armutsgrenze vorsieht. Im Rahmen eines jüngeren Forschungsprojektes wurden in einer Stichprobe von knapp 5000 Haushalten extreme Fehlzuweisungen von Transfermitteln festgestellt, welche die Wirksamkeit des Programmes stark reduzierten: Während 89 Prozent der Empfängerhaushalte nach Ergebnissen dieser Studie gar nicht unterhalb der Armutslinie lagen, konnten etwa 79 Prozent der absolut armen Haushalte nicht berücksichtigt werden. Wie qualitative Nachforschungen ergaben, lag die Ursache dieser Fehlverteilung oft in der mangelnden personellen Ausstattung lokaler Verwaltungen in strukturschwachen Regionen. Durch zusätzliche finanzielle Unterstützung der Zentralregierung bei den Implementierungskosten des Programmes könnte die Zielgenauigkeit des Programmes deutlich verbessert werden. Die Implementierung eines Systems so engmaschiger Kontrollen, wie etwa in mitteleuropäischen Systemen, ist jedoch aufgrund fehlender Einkommensdokumentation in näherer Zukunft kaum möglich. Mittelfristig sollte mit Blick auf den erheblichen administrativen Aufwand für bedarfsgerechte Sozialhilfevergabe ein stufenweiser Ersatz von Sozialtransfers durch Kranken- und Pensionsversicherung diskutiert werden.
Schriftenreihe
IAMO policy briefs ; Ausgabe Nr. 31 ppn:777121581