Ehre und Vertrauen im Fernhandel der Deutschen Hanse : ein Beitrag zur Debatte um das Ideal des "Ehrbaren Kaufmanns" aus Sicht der Ordonomik / Stefan Hielscher
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843877707
URN
urn:nbn:de:gbv:3:2-51042
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Körperschaft
Erschienen
Halle : Martin-Luther-Univ., Lehrstuhl für Wirtschaftsethik, 2015
Umfang
Online-Ressource (PDF-Datei: III, 35 S., 0,66 MB) : graph. Darst.
Ausgabevermerk
Sprache
ger
eng
eng
Anmerkungen
Zusammenfassung in englischer Sprache
Inhaltliche Zusammenfassung
Eine in Deutschland prominent vertretene Position schlägt vor, die Tradition des "Ehrbaren Kaufmanns" als zentrale historische Quelle heranzuziehen, um eine stärkere positive Fundierung von Corporate Social Responsibility (CSR) zu ermöglichen. Vor diesem Hintergrund entwickelt dieser Beitrag eine wirtschaftsethische Rekonstruktion der norddeutschen Kaufmannsgeschichte, welche auf systematische Weise die Interdependenzen von Institutionen und Ideen berücksichtigt. Der Beitrag entwickelt folgende Thesen: (1) Das Ideal des ehrbaren Kaufmanns ist eine ideelle Innovation, die einen Beitrag dazu leistet, Governanceprobleme bei der Vertragsdurchsetzung im mittelalterlichen (Fern-)Handel zu adressieren. (2) Die Lösung von Problemen bei der Vertragsdurchsetzung erfordert eine institutionelle Innovation, d.h. ein enabling environment, welches die norddeutschen Kaufleute durch die Governance-Strukturen der Stadt, durch Städtebünde und schließlich durch die Deutsche Hanse aktiv etablieren. (3) Ein modernes Leitbild von Unternehmensethik und CSR kann auf die Tradition des ehrbaren Kaufmanns zurückgreifen, wenn sie der systematischen Reflexion von Interdependenzen zwischen Institutionen und Ideen eine grundlegende Rolle einräumt. Ein solchermaßen reflektierter Zugriff auf das Leitbild kann der Betriebswirtschaftslehre als wertvolle Heuristik dienen, Unternehmen zur Übernahme von Ordnungsverantwortung konstruktiv anzuleiten.
In Germany, management research has witnessed a debate to root contemporary CSR in the German and Italian tradition of the "honorable merchant." This literature interprets the historical tradition as a role model for today's management, the antecedents of which are traced back to the guiding virtues of long-distance merchants in the Late Middle Ages. Against this backdrop, this paper presents an ordonomic reconstruction of the North German merchant history, which highlights the systematic interdependencies of institutions and ideas. The paper develops the following propositions: (1) The ideal of the honorable merchant is an ideological innovation which supports addressing the governance problems of contract enforcement in medieval long-distance trade. (2) Conversely, enforcing contracts in an environment of largely insecure property rights requires institutional innovation, i.e. an enabling environment, which has been actively established by the North German merchants with the governance structure of the city, with city networks and, finally, with the Hanseatic League. (3) A modern concept of CSR and business ethics can root in the tradition of the honorable merchants if it adequately reflects the interdependencies of institutions and ideas. Such informed role model can fulfill a heuristic function for management science to guide modern corporations to assume ordo-responsibility.
Schriftenreihe
Diskussionspapier ; 2015,12 ppn:571346170