Sozialstruktur und Semantik - Ordonomik als Forschungsprogramm in der modernen (Welt-)Gesellschaft / Ingo Pies, Markus Beckmann und Stefan Hielscher
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Discovery
612622363
URN
urn:nbn:de:gbv:3:2-9019
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Autorin / Autor
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Körperschaft
Erschienen
Halle : Martin-Luther-Univ. Halle-Wittenberg, Lehrstuhl für Wirtschaftsethik, 2009
Umfang
Online-Ressource (PDF-Datei: III, 29 S., 0,17 MB) : graph. Darst.
Ausgabevermerk
Sprache
ger
Anmerkungen
Zusammenfassung in englischer Sprache
Inhaltliche Zusammenfassung
Gesellschaftstheoretiker wie der Soziologe Niklas Luhmann machen darauf aufmerksam, dass es in der modernen Gesellschaft zu systematischen Diskrepanzen zwischen Semantik und Sozialstruktur kommt. Solche Diskrepanzen - also Fälle, in denen Sozialstruktur und Semantik nicht zueinander passen - sind prinzipiell ambivalent. Mit ihnen verbinden sich Chancen und Risiken. Der vorliegende Beitrag stellt unter der Bezeichnung "Ordonomik" ein Forschungsprogramm vor, das solche Diskrepanzen gerade in ihrer Ambivalenz in den Mittelpunkt seiner Problemstellung rückt. Er entwickelt den ordonomischen Ansatz als eine institutionalistisch ausgerichtete Rational-Choice- Analyse der Interdependenz von Sozialstruktur und Semantik. Damit adaptiert er einen zentralen Gedanken der Luhmannschen Soziologie für eine dem methodologischen Individualismus verpflichtete Gesellschaftstheorie. Die Fruchtbarkeit dieser ordonomischen Methode zeigt sich insbesondere in der Reflexion normativer Semantiken. Dies wird in der Anwendung auf Begriffe des öffentlichen Diskurses - Freiheit, Solidarität, Verantwortung, Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Corporate Citizenship - eingehend illustriert. Hierauf aufbauend skizziert der Artikel Folgerungen für die universitäre Lehre und identifiziert Ansatzpunkte für interdisziplinäre Zusammenarbeit.
According to Niklas Luhmann's diagnosis of modernity, modern society is characterized by manifold, highly ambivalent discrepancies between semantics and social structure. Such discrepancies are ambivalent because they can both assist and impede societal development. Extending this Luhmannian argument, the article puts forward the research program of "ordonomics". The ordonomic approach as developed here makes use of an institutional rational-choice analysis in order to systematically explore the interdependence between social structure and semantics. This approach is particularly powerful when applied to the discussion of normative categories. By this logic, the paper uses the ordonomic framework to critically reflect common notions of normative categories such as justice, solidarity, responsibility, sustainability, and corporate citizenship. Based on this analysis, the article spells out implications for the way teaching is carried out in the social sciences; it argues for a new framework of interdisciplinary cooperation and identifies potentials for mutual learning.
Schriftenreihe
Diskussionspapier ; 2009,6 ppn:571346170