Agrarspekulation mit Indexfonds : wie sie funktioniert ; was sie bewirkt / Thomas Glauben, Sören Prehn, Ingo Pies, Matthias Georg Will, Jens-Peter Loy, Alfons Balmann, Bernhard Brümmer, Thomas Heckelei, Heinrich Hockmann, Dieter Kirschke, Ulrich Koester, Rolf Langhammer, Klaus Salhofer, Peter Michael Schmitz, Stefan Tangermann, Harald von Witzke und Justus Wesseler

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774693169

URN

urn:nbn:de:gbv:3:2-32142

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Erschienen

Halle (Saale) : Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa, 2013

Umfang

Online-Ressource (PDF-Datei: 4 S., 0,3 MB)

Ausgabevermerk

Sprache

ger

Anmerkungen

Zsfassung in engl. Sprache

Inhaltliche Zusammenfassung

Long-only-Indexfonds stehen seit geraumer Zeit unter Verdacht, für die Preisanstiege an landwirtschaftlichen Warenterminmärkten verantwortlich zu sein. Hieraus wird die Forderung abgleitet, den Aktivitätsradius dieser Indexfonds drastisch einzuschränken. Allerdings stehen solche Forderungen sowie die zugrunde liegende Diagnose im Widerspruch zum aktuellen Stand wissenschaftlicher Erkenntnis. Die empirisch orientierte Literatur liefert bisher keine belastbare Evidenz, dass Long-only-Indexfonds mit ihren Termingeschäften das Niveau bzw. die Volatilität der Preise für Agrarrohstoffe signifikant angehoben haben. Neue theoretische Arbeiten weisen vielmehr darauf hin, dass Long-only-Indexfonds gemäß ihrer Anlagestrategie tendenziell die Agrarrohstoffpreise stabilisieren sowie eine wichtige Versicherungs- und Wettbewerbsfunktion auf Agrarmärkten erfüllen. Durch ihr Engagement sinken die Risikoprämien, so dass sich Nahrungsmittelproduzenten zu niedrigeren Kosten gegen Preisschwankungen absichern können. Die niedrigeren Risikoprämien motivieren Landwirte, einen größeren Teil ihrer Ernte einzulagern, was saisonalen Preisschwankungen entgegenwirkt. Im Sinne einer nachhaltigen Sicherung der globalen Nahrungsmittelversorgung sollte von strengen Marktzutrittsregulierungen der Long-only-Indexfonds abgesehen werden.
For quite some time long-only index funds have been suspected of being responsible for price increases in agricultural futures markets. This suspicion has prompted demands to drastically limit long-only index funds' scope of activity. Such demands and their underlying diagnoses, however, contradict the current state of scientific knowledge. To date, the empirically oriented literature has not provided conclusive evidence that long-only index funds with their futures transactions significantly have increased the level or volatility of agricultural commodity prices. Indeed, recent theoretical works suggest that long-only index funds, pursuant to their investment strategy, rather stabilize agricultural commodity prices and fulfill an important collateralization and competition function in agricultural futures markets. The commitment to these funds reduces risk premiums and thus enables food producers to hedge against price fluctuations at lower costs. Mitigated risk premiums motivate farmers to put larger parts of their harvests into storage, which counteracts seasonal price fluctuations. To safeguard sustainable global food supply, long-only index funds should not be subjected to stricter market entry regulations.

Schriftenreihe

IAMO policy briefs ; 12 ppn:666708150

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