Trends und Daten zur Verbreitung von Munitionsresten in der Meeresumwelt : Abschlussbericht / von Dr. Jennifer S. Strehse, Tobias H. Bünning, Prof. Dr. Edmund Maser (Institut für Toxikologie und Pharmakologie für Naturwissenschaftler, UKSH, Kiel) ; im Auftrag des Umweltbundesamtes ; Durchführung der Studie: Institut für Toxikologie und Pharmakologie für Naturwissenschaftler des UKSH Campus Kiel ; Redaktion: Fachgebiet II 2.3 Schutz der Meere und Polargebiete - Dr. Anita Künitzer
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Discovery
1901934373
URN
urn:nbn:de:gbv:3:2-1084526
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ISSN
Autorin / Autor
Körperschaft
Erschienen
Dessau-Roßlau : Umweltbundesamt, September 2024
Umfang
1 Online-Ressource (144 Seiten, 8,23 MB) : Illustrationen, Diagramme, Karten
Ausgabevermerk
Sprache
ger
Anmerkungen
Abschlussdatum: Dezember 2023
Literaturverzeichnis: Seite 138-144
Sprache der Zusammenfassung: Deutsch, Englisch
Inhaltliche Zusammenfassung
In Nord- und Ostsee wurden während und nach den Weltkriegen große Mengen konventioneller Munition wie auch Chemische Kampfstoffe (CWA) eingetragen. Aufgrund ihrer toxischen, krebserzeugend und/oder erbgutverändernden Eigenschaften können diese Stoffe der Meeresumwelt schaden und können über den Eintrag in die Nahrungskette letztendlich auch die Gesundheit des Menschen gefährden. Zudem wird es in der Zukunft durch die weiter fortschreitende Korrosion der Munition zu einer verstärkten Freisetzung von Schadstoffen in die Umwelt kommen. Im Arbeitspaket 1 "Zeitreihen-Analyse von Proben der Umweltprobenbank auf Sprengstofftypische Verbindungen (STV)" konnte gezeigt werden, dass sich in Miesmuscheln von Standorten in Nord- und Ostsee mit zunehmender Verweilzeit der Munition im Meer Rückstände von STV nachweisen lassen. Im Arbeitspaket 2 "Untersuchungen zur räumlichen Verteilung der STV" wurde in Sediment, Plattfischen und Muscheln die flächenartige Ausdehnung der STV Belastung in Nord- und Ostsee ermittelt. In den aus Niedersachsen stammenden Fischen und Sedimentproben konnten STV nachgewiesen werden. Im Arbeitspaket 3 „Untersuchungen zur möglichen Anreicherung von STV im marinen Nahrungsnetz“ wurden mögliche Vorkommen von STV in marinen Lebewesen aus unterschiedlichen trophischen Ebenen untersucht. Bis auf in den untersuchten Plattfischen wurden in den untersuchten Aalmuttern, Eiderenten, Schweinswalen und Seehunden jedoch keine Hinweise auf STV gefunden. Im Arbeitspaket 4 „Belastung mit chemischen Kampfstoffen“ wurden Verdachtsproben in der Nähe des Bornholmbeckens und der Flensburger Förde auf Rückstände von CWA untersucht. In den beiden Sedimentproben der Flensburger Förde konnte Adamsit nachgewiesen werden. Zudem konnte durch Auswertung der MUDAB-Datenbank gezeigt werden, dass kein Zusammenhang zwischen der Arsenbelastung der deutschen Nord- und Ostsee und der Altmunition besteht.
Large quantities of conventional munitions and chemical warfare agents (CWA) were dumped in the North Sea and Baltic Sea during and after the world wars. Due to their toxic, carcinogenic and/or mutagenic properties, these substances can harm the marine environment and can ultimately also jeopardise human health by entering the food chain. In addition, the ongoing corrosion of the munitions will lead to an increased release of pollutants into the environment in the future. In work package 1 "Time series analysis of samples from the environmental specimen bank for energetic compounds (EC)", it was shown that residues of STV can be detected in mussels from sites in the North and Baltic Seas with increasing residence time of the munitions in the sea. In work package 2 "Investigations into the spatial distribution of EC", the areal extent of TV contamination in the North Sea and Baltic Sea was determined in sediment, flatfish and mussels. EC were detected in the fish and sediment samples from Lower Saxony. In work package 3 "Investigations into the possible accumulation of EC in the marine food web", possible occurrences of EC in marine organisms from different trophic levels were investigated. However, with the exception of the flatfish examined, no evidence of EC was found in the eelpouts, eider ducks, harbour porpoises and seals examined. In work package 4 "Contamination with chemical warfare agents", suspected samples in the vicinity of the Bornholm Basin and the Flensburg Fjord were analysed for residues of EC. Adamsite was detected in the two sediment samples from the Flensburg Fjord. In addition, analysis of the MUDAB database showed that there is no connection between the arsenic contamination of the German North Sea and Baltic Sea and the submerged munitions.
Schriftenreihe
Texte ; 2024, 129 ppn:505871920