Juristische Machbarkeitsstudie : Berücksichtigung von Gleichstellung und Genderdimensionen in Vergabe und Beschaffung : für eine nachhaltige, soziale und diskriminierungsfreie UBA Vergabepraxis : Abschlussbericht / von Prof. Dr. Sarah Elsuni (Frankfurt am Main) ; unter Mitarbeit von Luise Bublitz (Berlin) ; im Auftrag des Umweltbundesamtes ; Redaktion: Gleichstellungsbeauftragte - Dr. Arn Sauer, Regina Schreiber, Dr. Melanie Kintz

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1900996480

URN

urn:nbn:de:gbv:3:2-1080432

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Erschienen

Dessau-Roßlau : Umweltbundesamt, September 2024

Umfang

1 Online-Ressource (54 Seiten, 0,7 MB)

Ausgabevermerk

Sprache

ger

Anmerkungen

Literaturverzeichnis: Seite 50-54
Abschlussdatum: Dezember 2021
Sprache der Zusammenfassung: Deutsch, Englisch

Inhaltliche Zusammenfassung

Das Vergaberecht sieht keine Verpflichtung von öffentlichen Auftraggebenden zur Integration von sozialen Belangen vor. Seit der Vergaberechtsreform 2016 ist allerdings klar geregelt, dass öffentliche Auftraggebende befugt und aufgefordert sind, soziale Zielsetzungen zu berücksichtigen; hierunter fallen in jedem Fall gleichstellungspolitische Aspekte. Gleichzeitig ergibt sich aus dem Gleichstellungsrecht und insbesondere aus dem verfassungsrechtlichen Staatsauftrag aus Art. 3 Abs. 2 GG sowie den darauf basierenden Konkretisierungen im Bundesgleichstellungsgesetz (BGleiG) sowie der Gemeinsamen Geschäftsordnung der Bundesministerien (GGO) eine grundlegende Pflicht für öffentliche Auftraggebende, die Zielsetzung der Verwirklichung der Gleichstellung von Frauen und Männern sowie die Beseitigung bestehender und der Verhinderung künftiger Benachteiligungen von Frauen in all ihren Aufgabenbereichen - und so auch im Rahmen ihrer Vergabepraxis - zu beachten und einzuhalten. Den öffentlichen Auftraggebenden kommt in der Umsetzung dieser Verpflichtung ein Gestaltungsspielraum zu. Die Möglichkeit zur Umsetzung bietet sich dabei auf allen Stufen des Vergabeverfahrens: Von der Bedarfsbestimmung über die Festlegung von Leistungs-, Eignungs- und Zuschlagskriterien bis hin zur Bestimmung von Ausführungsbedingungen ist es öffentlichen Auftraggebenden möglich, Gleichstellungs- und Antidiskriminierungsaspekte im öffentlichen Vergabeverfahren im Rahmen der vergaberechtlichen Grenzen zu berücksichtigen und zu implementieren.
Public procurement law does not provide for an obligation of public contracting authorities to integrate social concerns. Since the 2016 reform of public procurement law, however, it has been clearly regulated that public contracting authorities are authorized and required to take social objectives into account; this includes equality policy aspects. At the same time, equality law and, in particular, the constitutional mandate of the state under Article 3 (2) of the Basic Law (GG) as well as the concretizations based on this in the Federal Act on Gender Equality (BGleiG) and the General Rules of Procedure of the Federal Ministries (GGO) result in a fundamental obligation for public contracting authorities to observe and comply with the objective of achieving equality between women and men as well as the elimination of existing and the prevention of future discrimination against women in all their areas of responsibility - and thus also in the context of their procurement practice. The public contracting authorities have scope in the implementation of this obligation. The possibility for implementation is offered at all stages of the procurement procedure: From the determination of requirements to the definition of performance, suitability and award criteria to the determination of performance conditions, it is possible for public contracting authorities to consider and implement equality and anti-discrimination aspects in the public procurement procedure within the limits of procurement law.

Schriftenreihe

Texte ; 2024, 127 ppn:505871920

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