Arzneistoffeinträge - Befragungen und Bilanzierung der Emissionen : Umwelteinträge von Arzneimittelwirkstoffen - Bilanzierung der Emissionen sowie Konsequenzen für Risikobewertung und -management : Teil II: Befragungen und Bilanzierung der Emissionen : Abschlussbericht / von Felix Tettenborn, Dorien Duffner-Korbee, Pia Niessen (Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, Karlsruhe), Melanie Hamann, Mies Abdallah (Justus-Liebig-Universität Gießen, Gießen) ; im Auftrag des Umweltbundesamtes ; Redaktion: Fachgebiet IV 2.2 Arzneimittel - Arne Hein, Gerd Maack
Download23.99 MB
Discovery
1971135569
URN
urn:nbn:de:gbv:3:2-123456789-1191349
DOI
ISBN
ISSN
Koordinaten
Skalierung
Beiträger
Körperschaft
Erschienen
Dessau-Roßlau : Umweltbundesamt, 2025
Umfang
1 Online-Ressource (203 Seiten, 23,99 MB) : Illustrationen, Diagramme
Ausgabevermerk
Sprache
ger
Anmerkungen
Abschlussdatum: Juli 2023
Quellenverzeichnis: Seite 144-156
Sprache der Zusammenfassung: Deutsch, Englisch
Inhaltliche Zusammenfassung
Das Vorhaben "Arzneistoffeinträge - Befragungen und Bilanzierung der Emissionen" dient der Erhebung von Daten zu Herstellung, Verarbeitung, Verbrauch und Einträgen von Arzneistoffen. Diese Daten ergänzen die bereits existierenden Informationen, um deutschlandweite Stoffeinträge in die Umwelt realistisch darstellen zu können. Das Vorhaben "Arzneistoffeinträge - Befragungen und Bilanzierung der Emissionen" fokussiert auf die Bereiche Tierarzneimittelverbräuche auf landwirtschaftlichen Betrieben und bei privaten Haushalten, auf Arzneimittelproduktionsstandorte in Deutschland und auf weitere Punktquellen für Human- und Tierarzneistoffe. Über eine für Deutschland nicht repräsentative Erhebung, wurden Daten zum Arzneimitteleinsatz bei Lebensmittel liefernden Tieren erhoben. Entsprechend der Erhebung stellen die Antibiotika bei den betrachteten Tierkategorien Milchkühe, Rindermast, Ferkelerzeugung, Schweinemast, Legehennen und Broiler die mengenmäßig größte Wirkstoffgruppe dar, es folgen die Wirkstoffgruppen der Antiphlogistika und Antiparasitika. Einträge in die Umwelt können nach Metabolisierung und Ausscheidung aus der Weidehaltung und der Stallhaltung über Ausbringungen von Dung oder die Gülle, bzw. den Wirtschaftsdünger aus Biogasanlagen erfolgen. Im Rahmen einer Online-Befragung wurde der Arzneimitteleinsatz in der privaten Tierhaltung erhoben. Hier stellen die Wurmkuren die häufigste Einsatzgruppe dar, gefolgt von Analgetika und Antiphlogistika sowie von Ektoparasitika und Mitteln für Magen und Darm bzw. für die Atemwege. In der Fischhaltung wurden vor allem Mittel gegen Pilzerkrankungen, Parasiten an Haut und Kiemen sowie gegen Infektionen eingesetzt. Einträge in die Umwelt können nach Metabolisierung und Ausscheidung sowie aufgrund von Fellpflege im Außenbereich erfolgen. Aus dem häuslichen Bereich können Einträge in das Abwassersystem über die Händereinigung nach dem Kraulen und Streicheln, durch Waschen von Textilien sowie über die Tierpflege erfolgen. Eine Erhebung zu Arzneimittelproduktionsstandorten in Deutschland blieb ergebnislos. Eine stichprobenhafte Analyse von Nachhaltigkeits- und Umweltberichten wies zwar auf ein vorhandenes Umweltbewusstsein der Unternehmen hin, Informationen zu Arzneistoffeinträgen in die Gewässer, möglichen umgesetzten Rückhaltemaßnahmen oder Aspekten des Gewässerschutzes waren allerdings nicht aufgeführt. Ergänzend wurden weitere Punktquellen für Human- und Tierarzneistoffe betrachtet. Die verschiedenen Ergebnisse wurden in einer abschließenden Gesamtbetrachtung zusammengefasst. Mithilfe der gewonnenen Daten können gültige Verfahren zur Berechnung der Umwelteinträge überprüft werden. Zudem werden die Ergebnisse helfen, Berechnungsmodelle von Eintragspfaden zu überarbeiten, um so eine bessere Umweltfolgenabschätzung zu ermöglichen. Weiterhin dienen sie als Grundlage für konstruktive Diskussionen zu Handlungsmöglichkeiten. Das Vorhaben wurde im Rahmen des REFOPLAN unter dem Titel "Umwelteinträge von Arzneimittelwirkstoffen - Bilanzierung der Emissionen sowie Konsequenzen für Risikobewertung und -management Teil II: Befragungen und Bilanzierung der Emissionen", FKZ: 3719 67 401 2 finanziert und vom Umweltbundesamt, FG IV 2.2 - Arzneimittel, fachlich begleitet.
The project "Pharmaceutical discharges - surveys and accounting of emissions" serves to collect data on the production, processing, consumption and discharges of pharmaceuticals. This data supplements the existing information in order to give a realistic picture of the discharge of substances into the environment in Germany. The project "Pharmaceutical discharges - surveys and accounting of emissions" focuses on the areas of veterinary pharmaceutical use on farms and in private households, on pharmaceutical production sites in Germany and on other point sources for human and veterinary pharmaceuticals. Data on the use of medicines in animals providing food was collected via a survey that is not representative for Germany. According to the survey, antibiotics are the biggest group of active substances in terms of the quantities used in the analyzed animal categories of dairy cows, beef cattle, piglet and pork production, laying hens and broilers, followed by the active substance groups of anti-inflammatories and antiparasitics. Emissions into the environment can take place after metabolization and excretion from pastures and indoor enclosures are spread as manure or slurry or biofertilizer from biogas plants. The use of pharmaceuticals for privately kept animals was surveyed as part of an online survey. Anthelmintics are the most frequently used group, followed by analgesics and anti-inflammatories as well as ectoparasitics and drugs for the stomach and intestines and the respiratory tract. In fish, the most commonly used treatments were those for fungal infections, skin and gill parasites and infections. Emissions into the environment take place after metabolization and excretion as well as due to outdoor grooming. From homes, emissions into the sewage system can take place when people wash their hands after scratching or stroking their pets, through the washing of textiles and from grooming animals. A survey of pharmaceutical production sites in Germany was unsuccessful. Although a random analysis of sustainability and environmental reports indicated that the companies were environmentally aware, no information was provided on pharmaceutical discharges into water bodies, possible retention measures implemented or aspects of water protection. In addition, other point sources of human and veterinary pharmaceuticals were considered. The various results obtained were brought together in a final overall assessment. The data obtained can be used to verify the currently valid methods for calculating environmental discharge. In addition, the results will help to revise calculation models of emission pathways to improve environmental impact assessments. They also serve as a basis for constructive discussions on possible courses of action. The project was carried out as part of the REFOPLAN under the title "Environmental inputs of active pharmaceutical ingredients - balancing emissions and consequences for risk assessment and management Part II: Surveys and accounting of emissions", FKZ: 3719 67 401 2 and supported by the German Environment Agency, FG IV 2.2 - Pharmaceuticals.
Schriftenreihe
Texte. Umweltbundesamt ; 2025, 84 ppn:505871920
REFOPLAN des Bundesministeriums Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz
REFOPLAN des Bundesministeriums Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz