Geologischer Wasserstoff - eine unterschätzte Energiequelle? / Berit Erlach, Miriam Borgmann, Peter Achtziger-Zupančič, Manfred Fischedick, Peter Klitzke, Karen Pittel, Jürgen Renn, Frank Zwaan
Download2.66 MB
Geologischer Wasserstoff - eine unterschätzte Energiequelle? Discovery
1970349581
URN
urn:nbn:de:gbv:3:2-123456789-1188520
DOI
ISBN
ISSN
Koordinaten
Skalierung
Autorin / Autor
Beiträger
Erschienen
Halle (Saale) : Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina e.V. - Nationale Akademie der Wissenschaften ; München : acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften e. V. ; Mainz : Union der deutschen Akademien der Wissenschaften e.V., 2026
Umfang
1 Online-Ressource (61 Seiten, 2,66 MB) : Illustrationen, Diagramme
Ausgabevermerk
Sprache
ger
Anmerkungen
Literaturverzeichnis: Seite 55-61
Der Text der Publikation enthält zugleich das auch separat veröffentlichte Factsheet (Stand April 2026)
Inhaltliche Zusammenfassung
Geologischer Wasserstoff (molekularer Wasserstoff aus dem Erduntergrund) - könnte zu einer neuen Energiequelle werden. Das Impulspapier der Initiative „Energiesysteme der Zukunft (ESYS)" liefert Forschenden, Energiefachleuten und politischen Entscheidungsträgern eine wissenschaftlich fundierte Einordnung einer potenziellen Ressource, die in der deutschen Energiedebatte bislang kaum systematisch betrachtet wurde. Zwei Arten geologischen Wasserstoffs wurden untersucht: Natürlicher Wasserstoff entsteht durch natürlich ablaufende geologische Prozesse, etwa durch Reaktionen eisenhaltiger Gesteine mit Wasser. Stimulierter geologischer Wasserstoff wird durch das gezielte Auslösen von Reaktionen im Untergrund erzeugt, beispielsweise durch die Injektion von Wasser oder Katalysatoren. Beide Konzepte stoßen in den Geowissenschaften auf wachsendes Forschungsinteresse – der stimulierte Wasserstoff befindet sich jedoch in einem deutlich früheren Stadium. Folgende Fragen werden im Impuls adressiert: - Wie entsteht geologischer Wasserstoff und unter welchen Bedingungen sammelt er sich im Untergrund an? - Gibt es wirtschaftlich förderwürdige Lagerstätten und wie lassen sie sich finden? - Welche Fördertechniken für geologischen Wasserstoff sind kurz- und mittelfristig am vielversprechendsten? - Welche rechtlichen Rahmenbedingungen braucht die Exploration und Förderung? - Welcher Forschungsbedarf besteht, um das Potenzial bewerten zu können? --- Vielversprechend - es bleiben jedoch offene Fragen. - Ob geologischer Wasserstoff in für den kommerziellen Abbau ausreichenden Mengen vorliegt, bleibt unklar. Bisher gibt es weltweit nur einen dokumentierten Fall einer dauerhaften Gewinnung – in Mali. Die Entstehungsprozesse von Wasserstoff sind im Wesentlichen verstanden, doch das Wissen über Migration, Ansammlung und den Verbrauch durch Mikroben und chemische Reaktionen im Untergrund ist noch sehr begrenzt. Als vielversprechende Einstiegspunkte in die Förderung und Nutzung gelten insbesondere dezentrale Anwendungen wie die Koproduktion mit Helium oder geothermischer Energie. Gezielte öffentliche Forschungsförderung kann die wissenschaftliche Grundlage für politische Entscheidungen verbessern. Zudem sollte das Bergrecht überarbeitet werden, um Exploration und Förderung zu erleichtern. Geologischer Wasserstoff könnte so die Energiewende ergänzen - als echter Gamechanger sehen ihn aber die wenigsten Fachleute.
Schriftenreihe
Impuls ; April 2026 ppn:177466349X