Weiterentwicklung von Nachhaltigkeitsindikatoren im Personenverkehr: Fußverkehr, Erreichbarkeit und Suffizienz : Abschlussbericht / von Daniel Krajzewicz, Claudia Nobis, Isabel Seiffert, Denise Obersteller, Heike Marquart (Institut für Verkehrsforschung, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Berlin) ; im Auftrag des Umweltbundesamtes ; Redaktion: Fachgebiet I 2.1 Umwelt und Verkehr; I 2.6 Nachhaltige Mobilität in Stadt und Land - Nadja Richter; Manuela Weber
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Discovery
196520693X
URN
urn:nbn:de:gbv:3:2-123456789-1178689
DOI
ISBN
ISSN
Beiträger
Körperschaft
Erschienen
Dessau-Roßlau : Umweltbundesamt, 2026
Umfang
1 Online-Ressource (166 Seiten, 12,07 MB) : Illustrationen, Diagramme
Ausgabevermerk
Sprache
ger
Anmerkungen
Abschlussdatum: Mai 2025
Quellenverzeichnis: Seite 123-139
Sprache der Zusammenfassung: Deutsch, Englisch
Inhaltliche Zusammenfassung
Zufußgehen ist eine gesunde, kostengünstige und umweltfreundliche Art der Fortbewegung, die von allen Personen ohne körperliche Einschränkungen ausgeübt werden kann. Trotz seiner hohen Bedeutung für die Alltagsmobilität wird der Fußverkehr in Erhebungen systematisch untererfasst und findet in der Verkehrsplanung daher oft nur unzureichend Berücksichtigung. Die vorliegende Studie widmet sich dem Zufußgehen und betrachtet drei Aspekte: (1) die Untererfassung des Zufußgehens in Mobilitätsbefragungen, (2) die Bemessung fußläufiger Erreichbarkeit und (3) das Zufußgehen aus dem Blickwinkel der Suffizienz. Mit dem Ziel, den Einfluss der Erhebungsmethode auf die Erfassung des Fußverkehrs zu analysieren, wurden sechs Datensätze - drei im Projekt erhobene Primärdatensätze und drei Sekundärdatensätze - untersucht. Jeweils zwei Datensätze basieren auf dem Wegekonzept, dem Etappenkonzept und auf Tracking. Die Ergebnisse zeigen, dass der Anteil des Fußverkehrs mit zunehmender Detailtiefe der Erhebung steigt - von der wegebasierten Erfassung über die Erfassung einzelner Etappen bis hin zum Tracking. Dennoch fehlen selbst bei Tracking-Erhebungen Fußetappen, vor allem am Anfang und am Ende von intermodalen Wegen. Kein Datensatz liefert ein vollständiges Bild des Fußverkehrs. Das beispielhafte Übertragen der Anteile intermodaler Wege und der darin enthaltenen Fußetappen auf die mit dem Wegekonzept erzielten Ergebnisse zeigt, dass sich die zu Fuß zurückgelegten Wege und Kilometer ungefähr verdoppeln. Im Rahmen intermodaler Wege werden damit ebenso viele Kilometer zu Fuß zurückgelegt wie bei reinen Fußwegen. Da Tracking-basierte Erhebungen künftig an Bedeutung gewinnen werden, bislang jedoch nur eingeschränkt mit klassischen Verfahren vergleichbar sind, empfiehlt sich zunächst ein kombiniertes Vorgehen aus klassischer Wegeerhebung und Tracking in unterschiedlichen Teilstichproben. Für die Berechnung fußläufiger Erreichbarkeiten ist zunächst eine Recherche zu Erreichbarkeitsmaßen, mit einem Fokus auf die Betrachtung des Zufußgehens durchgeführt worden. Darauf aufbauend sind Ansätze für die Berechnung und die Visualisierung dieser Maße formuliert worden. Der Zugang zu ausgewählten Einrichtungen des täglichen Bedarfs - Apotheken, Schulen, Kindertagesstätten sowie Lebensmittelhändlern - sowie die Anzahl dieser Einrichtungen, die innerhalb einer halben Stunde erreichbar sind, wurden für die Berechnung ausgewählt. Die Ergebnisse werden auf dem GIS-Portal des UBA visualisiert und als freie Daten zum Download zur Verfügung gestellt. Um den Suffizienz-Aspekt des Zufußgehens zu beleuchten, wurden zunächst die im Rahmen des UBA-Projektes "Erarbeitung einer Suffizienzstrategie für den Verkehrssektor und ihre erfolgreiche Kommunikation" (Nobis et al. 2024) zusammengestellten Suffizienzindikatoren auf ihre Berechenbarkeit und Aussagekraft hin überprüft. Im Anschluss wurden weitere Indikatoren entwickelt. Ein Teil dieser Indikatoren untersucht die Versorgung von Räumen mit Aktivitätsorten. Ein weiterer Indikator setzt die fußläufige Erreichbarkeit von Lebensmittelhändlern in Relation zum Anteil des motorisierten Individualverkehrs (MIV) am Modal Split. Diese Verknüpfung ermöglicht eine Bewertung der Suffizienz des Mobilitätsverhaltens unter Berücksichtigung der Verfügbarkeit von Zielen des täglichen Bedarfs. Insgesamt wird, aufgrund ihrer einfachen Interpretierbarkeit und der Möglichkeit, sie jährlich zu aktualisieren, die Nutzung der Indikatoren "Zugang zum ÖV" und "Pkw-Dichte" empfohlen.
Walking is a healthy, low-cost, and environmentally friendly mode of transport that can be undertaken by anyone without physical limitations. Despite its high relevance for everyday mobility, walking is systematically underrepresented in surveys and is therefore often insufficiently considered in transport planning. This study focuses on walking and examines three aspects: (1) the underreporting of walking in mobility surveys, (2) the computation of accessibility measures for walking, and (3) walking from the perspective of sufficiency. With the aim of analysing the influence of survey methodology on capturing walking, six datasets were examined: three primary datasets collected within the project and three secondary datasets. Two datasets each are based on the trip-based approach, the stage-based approach, and tracking. The results show that the share of walking increases with the level of detail in the survey – from trip-based recording to the recording of individual stages and finally to tracking. Nevertheless, even in tracking-based surveys, walking stages are often missing, especially at the beginning and end of intermodal trips. No dataset provides a complete picture of walking. A hypothetical transfer of the shares of intermodal trips and the walking stages they contain onto the results obtained using the trip-based approach shows that walking trips and distances roughly double. In the context of intermodal trips, almost as many kilometres are covered on foot as in trips performed by walking only. Tracking-based surveys are expected to gain importance in the future, but are currently only partially comparable to conventional methods. Thus, a combined approach using both classical trip surveys and tracking in different subsamples is recommended. For calculating walk accessibility, a literature review of accessibility measures with a focus on walking was conducted first. Based upon this, methods for computing and visualizing accessibility measures were formulated. The accessibility of selected daily necessities - pharmacies, schools, daycare centres, and grocery stores - were selected for the calculation, as well as the number of these facilities reachable within half an hour. The results are visualized on the GIS-portal of the German Environment Agency and are available as free research data for download. To examine the sufficiency aspect of walking, the sufficiency indicators compiled within the framework of the UBA project “Development of a Sufficiency Strategy for the Transport Sector and its Successful Communication” (Nobis et al., 2024) were first assessed for their calculability and informative value. Subsequently, additional indicators were developed. Some of these indicators analyse the provision of spaces with activity locations. Another indicator relates the walking accessibility of grocery stores to the share of motorized individual transport (MIV) in the modal split. This linkage allows for an assessment of the sufficiency of mobility behaviour, taking into account the availability of everyday destinations. Overall, due to their straightforward interpretability and the possibility of annual updates, the use of the indicators "access to public transport" and "car density" is recommended.
Schriftenreihe
Texte. Umweltbundesamt ; 2026, 11 ppn:505871920
REFOPLAN des Bundesministeriums Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz
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