Analyse von Preiseffekten und preisinduzierten Transmissionsmechanismen tierischer Lebensmittel / von Univ.-Prof. Dr. rer. pol. Erik Gawel (Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Universität Leipzig) ; im Auftrag des Umweltbundesamtes ; Redaktion: Fachgebiet III 1.1 Übergreifende Aspekte des Produktbez. Umweltschutzes, Nachhaltige Konsumstrukturen, Innovationsprogramm - Hyewon Seo

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1964939259

URN

urn:nbn:de:gbv:3:2-123456789-1178615

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Erschienen

Dessau-Roßlau : Umweltbundesamt, 2026

Umfang

1 Online-Ressource (108 Seiten, 5,72 MB) : Illustration

Ausgabevermerk

Sprache

ger

Anmerkungen

Abschlussdatum: November 2025
Quellenverzeichnis: Seite 103-108
Sprache der Zusammenfassung: Deutsch, Englisch

Inhaltliche Zusammenfassung

Der Bericht untersucht die Auswirkungen von Preisänderungen auf die Nachfrage nach tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln. Die zentrale Fragestellung lautet, wie Verbraucher:innen auf Preisänderungen reagieren und ob sie zu pflanzlichen Alternativen wechseln. Diese Frage ist besonders relevant im Kontext von politischen Maßnahmen, die darauf abzielen, den Konsum tierischer Produkte zu reduzieren und eine nachhaltigere Ernährung zu fördern. Der Bericht basiert neben einer umfangreichen auch institutionen- und verhaltensökonomischen Transmissionsanalyse von Preisimpulse in "Substitutionsnetzen" maßgeblich auf einer umfangreichen Literaturrecherche und Analyse von Studien zu Preiselastizitäten und Substitutionsverhalten. Es werden verschiedene Szenarien betrachtet, darunter Preisänderungen durch Umsatzsteueranpassungen und Internalisierung externer Kosten. Die Studie untersucht sowohl Eigenpreiselastizitäten (wie die Nachfrage auf Preisänderungen desselben Gutes reagiert) als auch Kreuzpreiselastizitäten (wie die Nachfrage auf Preisänderungen anderer Güter reagiert). Die Ergebnisse zeigen, dass die Nachfrage nach tierischen Lebensmitteln auf Preisänderungen reagiert, aber die Reaktionen moderat sind. Die Substitution von tierischen zu pflanzlichen Lebensmitteln ist begrenzt, und es gibt erhebliche Unterschiede in den Reaktionen je nach Produkt und Verbrauchergruppe. Politische Maßnahmen sollten daher sorgfältig gestaltet werden, um die gewünschten Effekte zu erzielen und unerwünschte Nebenwirkungen zu minimieren. Ein wichtiger Aspekt der Studie ist die Untersuchung der Preiselastizitäten für verschiedene tierische und pflanzliche Produkte. Die Ergebnisse zeigen, dass die Nachfrage nach Fleisch, insbesondere Rindfleisch, relativ preiselastisch ist, während die Nachfrage nach Milch und Eiern eher unelastisch ist. Dies bedeutet, dass Preisänderungen bei Fleisch zu größeren Mengenänderungen führen können als bei Milch oder Eiern. Darüber hinaus zeigt die Studie, dass die Substitution von tierischen zu pflanzlichen Lebensmitteln begrenzt ist. Während es einige Substitutionseffekte gibt, insbesondere innerhalb der Kategorie tierischer Produkte (z. B. von Rindfleisch zu Geflügelfleisch), ist der Wechsel zu pflanzlichen Alternativen weniger ausgeprägt. Dies liegt teilweise daran, dass pflanzliche Alternativen oft teurer sind als tierische Produkte und dass Verbraucher:innen oft an ihre gewohnten Ernährungsgewohnheiten gebunden sind. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass politische Maßnahmen, die auf Preisänderungen basieren, sorgfältig gestaltet werden müssen, um die gewünschten Effekte zu erzielen. Dies umfasst nicht nur die Anpassung der Preise, sondern auch die Förderung von pflanzlichen Alternativen und die Berücksichtigung der unterschiedlichen Reaktionen verschiedener Verbrauchergruppen. Es werden künftige Forschungsbedarfe aufgezeigt.
The report analyzes the impact of price changes on the demand for animal and plant-based foods. The central research question is how consumers react to price changes and whether they switch to plant-based alternatives. This question is particularly relevant in the context of political measures aimed at reducing the consumption of animal products and promoting more sustainable diets. In addition to a comprehensive institutional and behavioural economic transmission analysis of price impulses in 'substitution networks', the report is based largely on extensive literature review and analysis of studies on price elasticities and substitution behavior. Various scenarios are considered, including price changes due to VAT adjustments and internalization of external costs. The study examines both own price elasticities and cross price elasticities. The results show that the demand for animal products responds to price changes, but the reactions are moderate. The substitution from animal to plant-based foods is limited, and there are significant differences in reactions depending on the product and consumer group. Policy measures should therefore be carefully designed to achieve the desired effects and minimize unwanted side effects. An important aspect of the study is the examination of price elasticities for various animal and plant-based products. The results show that the demand for meat, particularly beef, is relatively price-elastic, while the demand for milk and eggs is more inelastic. This means that price changes for meat can lead to larger quantity changes than for milk or eggs. Furthermore, the study shows that the substitution from animal to plant-based foods is limited. While there are some substitution effects, particularly within the category of animal products (e.g., from beef to poultry), the switch to plant-based alternatives is less pronounced. This is partly due to the fact that plant-based alternatives are often more expensive than animal products and that consumers are often tied to their usual dietary habits. The study concludes that policy measures based on price changes must be carefully designed to achieve the desired effects. This includes not only adjusting prices but also promoting plant-based alternatives and considering the different reactions of various consumer groups. Future research needs are identified.

Schriftenreihe

Texte. Umweltbundesamt ; 2026, 17 ppn:505871920

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