Der Einfluss von CO2- und Energiepreisen auf Energieverbräuche in der Industrie : Szenario-Analysen mit PANTA RHEI - Teilbericht im Rahmen des Projektes "Der Beitrag ökonomischer Instrumente zur Erreichung der Klimaschutzziele: Die Rolle der staatlich bestimmten Energiepreisbestandteile im Instrumenten-Mix" : Teilbericht / von Dr. Christian Lutz, Lisa Becker (Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS), Osnabrück) ; im Auftrag des Umweltbundesamtes ; Fachliche Begleitung: Fachgebiet I 1.4 Wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Umweltfragen, sozial-ökologischer Strukturwandel, nachhaltiger Konsum - Dr. Benjamin Lünenbürger

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1961208598

URN

urn:nbn:de:gbv:3:2-123456789-1176235

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Erschienen

Dessau-Roßlau : Umweltbundesamt, 2025

Umfang

1 Online-Ressource (65 Seiten, 3,29 MB) : Diagramme

Ausgabevermerk

Sprache

ger

Anmerkungen

Literaturverzeichnis: Seite 61-64
Abschlussdatum: Oktober 2024
Sprache der Zusammenfassung: Deutsch, Englisch

Inhaltliche Zusammenfassung

Ziel der Studie ist zu ermitteln, wie CO2- und Energiepreise zur Erfüllung von Klimaschutz in der Industrie beitragen können. Mit Hilfe des makroökonometrischen Modells PANTA RHEI wird der Energieverbrauch und die Emissionen verschiedener Industriesektoren (u. a. Metallerzeugung, Grundstoffchemie, Fahrzeugbau) im Kontext der wirtschaftlichen Entwicklung abgebildet; dabei werden auch bekannte Preiselastizitäten der Energienachfrage genutzt. In PANTA RHEI werden unterschiedliche Szenarien modelliert. Vertraut die Klimapolitik bei den gegenwärtig erwarteten CO2-Preisen allein auf die Lenkungswirkung von Energiepreisen, reicht bei mittleren Elastizitäten eine Emissionsreduktion von 20 Mt CO2 nicht, um das Sektorziel zu erfüllen. Selbst bei einer Verdopplung der CO2-Preise auf beinahe 300 €/tCO2 im Jahr 2030 wird das Sektorziel des Klimaschutzgesetzes nur erreicht, wenn auch hohe Preiselastizitäten unterstellt werden (-42,4 Mt CO2). Der Vergleich der Szenarien zeigt, dass eine höhere Energieeffizienz und die Energieträgersubstitution die wichtigsten Gründe für einen Emissionsrückgang sind. Preisliche Stellschrauben jenseits von CO2-Preisen, insb. die staatlichen Bestandteile bei Strom- und Gaspreisen der Industrie, leisten nur einen begrenzten Beitrag zur CO2-Minderung. Die begrenzten Effekte in Szenarien, die nur auf geänderte Preisrelationen der Energieträger setzen, lassen sich mit bestehenden starken Pfadabhängigkeiten im Industriesektor erklären. Sie erschweren die Durchdringung mit neuen Technologien, können allerdings durch politische Maßnahmen und Investitionen in erste Anlagen, z. B. zur CO2-freien Prozesswärmebereitstellung, schneller überwunden werden. Haben die neuen CO2-freien Technologien einmal einen größeren Anteil am Markt erreicht und sind zu ähnlichen Kosten wie fossile Referenztechnologien verfügbar, sollte dies die Lenkungswirkung von Energiepreisen und damit die Lenkungswirkung von CO2- und anderen staatlich bestimmten Energiepreisbestandteilen erhöhen.
The aim of the study is to determine how carbon and energy prices can contribute to climate mitigation in industry. It uses the macroeconometric model PANTA RHEI, which models the energy consumption and emissions of different industrial sectors (including metal production, basic chemicals, vehicle construction) in the context of economic development. PANTA RHEI models different scenarios. If climate policy relies solely on the steering effect of energy prices, an emission reduction with assumed medium elasticities of 20 Mt CO2 is not sufficient to reach the sectoral target, given the currently expected carbon prices, Even if carbon prices double to almost € 300/tCO2 in 2030, the sector target of the Climate Protection Act will only be achieved and significantly exceeded if high price elasticities are also assumed (-42.4 Mt CO2). A comparison of the scenarios shows that higher energy efficiency and energy source substitution are the most important reasons for a decline in emissions; in addition, energy-intensive production also declines somewhat. Price-related levers other than carbon prices, in particular the state-determined components of electricity and gas prices for industry, only make a limited contribution to CO2 reductions. The limited effects in scenarios based only on changes in the price relations of energy sources can be explained by the strong path dependencies that exist in the industrial sector. These path dependencies make it difficult to implement new technologies, but they can be overcome more quickly by political measures and investments in initial plants, e. g. for carbon-free process heat supply. Once the new carbon-free technologies have achieved a larger market share and are available at similar costs to fossil reference technologies, this is likely to increase steering effect of energy prices and thus the steering effect of CO2 and other government-set energy price components.

Schriftenreihe

Climate change. Umweltbundesamt ; 2025, 20 ppn:525877959
Ressortforschungsplan des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz

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