Natürlicher Klimaschutz und Berufe : Folgenabschätzung am Beispiel der Wiedervernässung von Mooren / von Jan Plassenberg, Ines Thobe, Marc Ingo Wolter (Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung mbH (GWS), Osnabrück), Faten Saleh (Institut für Innovation und Technik (iit), Berlin) ; im Auftrag des Umweltbundesamtes ; Herausgeber: Umweltbundesamt, Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit ; Durchführung der Studie: Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung mbH ; Redaktion: Fachgebiet I 1.4 Wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Umweltfragen, nachhaltiger Konsum - Frauke Eckermann
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Discovery
1945172452
URN
urn:nbn:de:gbv:3:2-123456789-1168605
DOI
ISBN
ISSN
Autorin / Autor
Beiträger
Erschienen
Dessau-Roßlau : Umweltbundesamt ; Berlin : Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, 2025
Umfang
1 Online-Ressource (43 Seiten, 6,11 MB) : Diagramme, Illustrationen, Karte
Ausgabevermerk
Sprache
ger
Anmerkungen
Abschlussdatum: September 2023
Literaturverzeichnis: Seite 38-40
Sprache der Zusammenfassung: Deutsch, Englisch
Inhaltliche Zusammenfassung
Um der Klima- und der Biodiversitätskrise entgegenzuwirken, hat die Bundesregierung das "Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz" (ANK; Bundesregierung 2023; BMUV 2023) beschlossen. Zentral sind hierbei die Erhaltung und die Renaturierung sowie die Wiederherstellung von Ökosystemen. Ein Handlungsfeld des Aktionsprogramms ist der Schutz intakter und die Wiedervernässung bereits trockengelegter Moore. Mit der Wiedervernässung geht ein Umbau einher, der vor allem jenen Teil der landwirtschaftlichen Betriebe betrifft, der die trockengelegten Moorflächen dann anders oder nicht mehr nutzen kann. Diese Flächen werden derzeit noch als Acker- und Weideland genutzt. Wie ist die Ausgangslage der Landwirtschaft in Bezug auf die Wiedervernässung bereits trockengelegter Moore, welche Entwicklungen sind in diesem Kontext denkbar und wie stellt sich die Fachkräftesituation bei einem solchen Umbau dar? Diesen Fragen gehen die Autor*innen in diesem Paper nach. Grundlage für die im Zentrum stehende Szenarioanalyse bilden sowohl quantitative Bedingungen des Arbeitsmarktes als auch Gespräche mit handelnden Akteur*innen. Das vorliegende Papier untersucht die ökonomischen Auswirkungen der Wiedervernässung von Mooren in Deutschland mit einem Fokus auf den Arbeitsmarkt. Im Szenario ergibt sich ein moderater gesamtwirtschaftlichen Beschäftigungszuwachses von rund 20.000 Stellen bis zum Jahr 2050. Dieser geht jedoch einher mit sektoralen und regionalen Verschiebungen in der Beschäftigungsstruktur. Neben der Landwirtschaft kommt es in weiteren Branchen und Berufen zu Veränderungen. Während insbesondere im Baugewerbe und im Gastgewerbe zusätzliche Arbeitsplätze entstehen, wird in der Nahrungsmittelindustrie ein Rückgang erwartet. Darüber hinaus ergeben sich auch in vor- und nachgelagerten Branchen Anpassungsbedarfe - etwa in der Maschinenentwicklung, in Planungsbehörden oder im Bildungsbereich. Soll eine landwirtschaftliche Nutzung wiedervernässter Flächen ermöglicht werden, sind neue Produktionsweisen, spezialisierte Technik sowie angepasste Wertschöpfungsketten erforderlich. Hinter diesen Erkenntnissen verbirgt sich jedoch eine geographische Konzentration auf einzelne Regionen. In den von einer Wiedervernässung am stärksten betroffenen Kreisen gibt es im Bereich der Land- und Forstwirtschaft über 70 000 Arbeitsplätze. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass eine Wiedervernässung tiefgreifende regionale Strukturveränderungen nach sich ziehen kann und langfristig durch politische Steuerung sowie gezielte Qualifizierungsmaßnahmen begleitet werden muss. Es ist entscheidend, den anstehenden Wandel frühzeitig zu planen und die Konsequenzen für die entsprechenden Bildungsgänge, aber auch Maschinenentwickler- und Abnehmerbranchen mitzudenken. Trotz begrenzter Datenverfügbarkeit und Unsicherheiten hinsichtlich des noch bevorstehenden Transformationsprozesses liefert dieses Papier eine wichtige Einordnung zur ökonomischen Folgenabschätzung der Wiedervernässung von Mooren.
To address the climate and biodiversity crises, the German Federal Government adopted the "Natural Climate Protection Action Program" (ANK; Bundesregierung 2023; BMUV 2023). At its core are the conservation, restoration, and rehabilitation of ecosystems. One central area of action is the protection of intact peatlands and the rewetting of previously drained ones. This transformation particularly affects those agricultural enterprises that currently use drained peatlands as arable or pasture land, which they may no longer be able to use in the same way in the future. What is the current situation in agriculture with regard to the rewetting of drained peatlands? What future developments are conceivable in this context and what is the skilled labour situation for such a conversion? These are the questions this paper seeks to answer. The core scenario analysis is based on both quantitative labour market indicators and interviews with relevant stakeholders. This paper examines the economic impacts of peatland rewetting in Germany, with a particular focus on labour market effects. The scenario suggests a moderate net increase in employment of around 20,000 jobs by 2050. However, this growth is accompanied by sectoral and regional shifts in employment structures. In addition to agriculture, changes are also expected in other sectors and occupations. While new jobs are expected to be created in the construction and hospitality sectors, a decline is anticipated in the food industry. Upstream and downstream industries - such as machinery development, planning authorities, and education - will also face adaptation needs. If agricultural use of rewetted land is to be viable, new production methods, specialised technologies, and adapted value chains will be required. These findings also reflect a strong geographical concentration: in the districts most affected by rewetting, more than 70,000 jobs are currently located in the agriculture and forestry sectors. The results highlight that peatland rewetting can trigger significant structural changes at the regional level and must be accompanied by political steering and targeted training measures over the long term. It is essential to plan for the upcoming transformation early and to consider its implications for vocational training as well as for machinery developers and downstream industries. Despite limited data availability and uncertainty regarding the forthcoming transformation process, this paper provides an important first assessment of the economic implications of peatland rewetting in Germany.
Schriftenreihe
Umwelt, Innovation, Beschäftigung ; 2025, 03 ppn:584775458
REFOPLAN des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit
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