Datenanforderungen für die erfolgreiche Kreislaufwirtschaft : Metallkreisläufe und Datenlücken zum Recycling : eine Analyse zur aktuellen Datenlage / Herausgeber: Umweltbundesamt, Deutsche Rohstoffagentur (DERA) in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) ; Andreas Kahrl, Regina Kohlmeyer, Christian Lehmann, Felix Müller, Philip Nuss, Kristine Sperlich, Britta Bookhagen, Carolin Kresse, Michael Liesegang, Paul Mählitz, Martin Schmitz

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Discovery

1944458204

URN

urn:nbn:de:gbv:3:2-123456789-1167391

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Beiträger

Erschienen

Dessau-Roßlau : Umweltbundesamt ; Berlin : Deutsche Rohstoffagentur (DERA) in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), 2025

Umfang

1 Online-Ressource (42 Seiten, 1,58 MB) : Illustrationen

Ausgabevermerk

Stand: 10. November 2025

Sprache

ger

Anmerkungen

Literaturverzeichnis: Seite 38-41
Abschlussdatum: Oktober 2025

Inhaltliche Zusammenfassung

Die Kreislaufwirtschaft (engl. Circular Economy) ist ein wichtiger Bestand teil des European Green Deals und des neuen Clean Industrial Deals der Europäischen Union. Ziel ist eine nachhaltigere Wirtschaftsweise, die durch Wachstum, Ressourceneffizienz, Klimaneutralität, Wettbewerbsvorteile und die Reduzierung von Rohstoffabhängigkeiten und für die Wirtschaft sowie nachhaltigere Produkte geprägt ist. Die Bundesregierung hat 2024 eine Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) verabschiedet, die alle Ziele und Maßnahmen der Bundesregierung zum zirkulären Wirtschaften über alle Funktionsbereiche des Wertschöpfungskreislaufs bündeln soll. Festgeschrieben in europäische und nationale Strategien und Gesetze werden Ziele formuliert, welche mit Maßnahmen und Indikatoren unterlegt werden. Insbesondere auch der Critical Raw Materials Act (CRMA) der EU setzt eine Reihe von Benchmarks und Berichtsaufgaben für die Mitglieds länder fest, die in den nächsten Jahren zu erfüllen sind. Hierzu gehört das Ziel zur Erreichung einer Recyclingkapazität von 25 % für strategische Rohstoffe innerhalb der EU. Zur Abbildung derartiger Ist- und Soll-Zustände von Stoffkreisläufen bedarf es neuer Informationen und Daten entlang der jeweiligen Wertschöpfungsketten, welche derzeit noch nicht vorliegen. Auch im Hinblick auf die NKWS lassen sich die Wirkungen von Maßnahmen auf den Stoffhaushalt und spezifische Stoffflüsse bislang nicht oder nur unzureichend bewerten. In diesem Papier bewerten die Fachebenen der oberen Bundesbehörden Umweltbundesamt (UBA) und Deutsche Rohstoffagentur (DERA) in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) die Datenlage für Metalle systematisch. Der Fokus liegt dabei im Besonderen auf der Erfassung und Bilanzierung von Sekundärrohstoffen, der Effektivität des Recyclings mit Blick auf erzeugte Mengen und Qualitäten sowie deren Wiedereinsatz. Hierzu werden die neuen Anforderungen zum zirkulären Wirtschaften dargelegt und erläutert (Kap. 1). Weiterhin werden ein Referenzschema zur Diskussion der notwenigen Komplexität eines metallischen Stoffflusssystems vorgestellt und kategorisch Datenquellen qualitativ bewertet (Kap. 2). Anhand der zwei repräsentativen Rohstoffe Aluminium (Basismetall) und Kobalt (Technologiemetall) wird in Fallstudien aufgezeigt, wie die Abbildung des Stoffkreislaufes mit den bekannten Datenquellen und Qualitätskriterien möglich ist. Basierend auf den Ergebnissen und der Fachexpertise der Autor*innen werden Rückschlüsse auf die generelle Datenlage zur Beschreibung von Metallkreisläufen abgeleitet und ein Fazit zur Datensituation gezogen (Kap. 3). Abschließend werden Lösungsansätze beschrieben, die eine Verbesserung der Datenlage und Datenverfügbarkeit in Abstimmung mit den relevanten Interessengruppen aussichts reich erscheinen lassen (Kap. 4). Mit dem zirkulären Wirtschaften gehen neue Anforderungen an Daten einher, die unterschiedlichen Erwartungen gerecht werden müssen: der Ermöglichung von vorausschauenden Investitionen in Anlagenkapazitäten, der Verringerung von Umweltwirkungen, der Erhöhung der Versorgungssicherheit sowie dem Leisten eines Beitrags zur gesellschaftlichen Daseinsvorsorge für jetzige und zukünftige Generationen. Hierzu werden ausreichend differenzierte und valide Daten zu Stoffflüssen und Materialbeständen benötigt. Die zur Verfügung stehende Datenbasis für Metalle wird diesen Anforderungen derzeit teilweise nicht gerecht. Die Herausforderungen bestehen einerseits in fehlenden oder nicht verfügbaren relevanten Daten und damit einer Mess- und Vergleichbarkeit. Andererseits sind die für die Metrik notwendigen Definitionen teilweise widersprüchlich. Einige relevante Daten sind hingegen vorhanden und werden bereits im Zuge von gesetzlichen Verpflichtungen wie der Nachhaltigkeitsberichtserstattung oder dem CO2 Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) erhoben. Jedoch werden diese bislang nicht für Belange der Kreislaufwirtschaft ausgewertet. Geht man klug bündelnd vor, lässt sich dies ändern. Im Sinne des Once-Only Prinzips sowie von Omnibus-Paketen, die von der EU im Arbeitsprogramm bis 2029 vorgesehen sind, kann eine bürokratiearme und redundanzfreie Erhebung gewährleistet werden. Dies erlaubt es im Einklang mit der NKWS strategische Maßnahmen zur Förderung des zirkulären Wirtschaftens zu entwickeln, die Sekundärrohstoffwirtschaft zu stärken und die sich daraus ergebenden Erfolge zu messen, ohne der Wirtschaft weitere bürokratische Pflichten aufzuerlegen. Anhand der in diesem Papier aufgezeigten Struktur von metallischen Stoffflusssystemen in Zusammenschau mit den verfügbaren Datenquellen und deren Auswertung soll es möglich werden, die Datenbasis gezielt auszubauen und zu verbessern.

Schriftenreihe

Fact sheet. Umweltbundesamt

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