Stigler stochert im Nebel : zur ordonomischen Rekonstruktion und Aufklärung des forschungsprogrammatischen Problems wissenschaftlicher Sozialismus-Kritik / Ingo Pies
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Discovery
1940765099
URN
urn:nbn:de:gbv:3:2-123456789-1165119
DOI
ISBN
9783966702836
ISSN
Autorin / Autor
Beiträger
Körperschaft
Erschienen
Halle : Lehrstuhl für Wirtschaftsethik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, 2025
Umfang
1 Online-Ressource (III, 32 Seiten, 1,35 MB) : Diagramme
Ausgabevermerk
Sprache
ger
Anmerkungen
Sprache der Zusammenfassung: Deutsch, Englisch
Inhaltliche Zusammenfassung
Dieser Aufsatz rekonstruiert aus ordonomischer Perspektive die Ratlosigkeit, mit der George Stigler 1979 der säkularen Ausdehnung staatlicher Aktivitäten im 20. Jahrhundert gegenüberstand. Stigler interpretierte das Staatswachstum handlungstheoretisch (als Akteursproblem) als Ergebnis von Rent-Seeking und führte es damit kausal auf die Präferenzen von Bürgern und Interessengruppen zurück. Normativ geriet er so in eine Sackgasse, da innerhalb demokratischer Verfahren kaum noch Reformoptionen denkbar schienen, nachdem Präferenzen als Ursache der staatlichen Entwicklung ausgemacht waren. Diese Blockade ist methodischer Natur. Sie lässt sich auflösen, indem man die Staatsausdehnung situationstheoretisch (als Ordnungsproblem) erklärt – als Folge institutioneller Fehlanreize und öffentlicher Denkfehler. Zwei umfangreiche Anhänge erläutern den methodischen Zugang des ordonomischen Forschungsprogramms zu einer kritischen Auseinandersetzung mit sozialistischen Ideen.
This article, from an ordonomic perspective, reconstructs the sense of helplessness George Stigler articulated in 1979 as he grappled with the secular expansion of state activity throughout the twentieth century. Stigler interpreted this growth in action-theoretical terms, attributing it to rent-seeking behavior, thus ultimately tracing its causes to the preferences of citizens and interest groups. Normatively, however, this led him into a conceptual impasse: within democratic procedures, reform appeared nearly impossible once preferences were assumed to be the driving force behind state development. This deadlock is methodological in nature. It can be overcome by reframing the expansion of the state in situation-theoretical terms—as a consequence of institutional incentive failures and widespread cognitive biases. Two comprehensive appendices elaborate on the ordonomic research program’s methodological approach to critically engaging with socialist ideas.
Schriftenreihe
Diskussionspapier des Lehrstuhls für Wirtschaftsethik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ; 2025, Nr. 15 ppn:571346170