Arzneimittelabgabe - Inpflichtnahme des Arzneimittelsektors für Maßnahmen zur Reduktion von Mikroschadstoffen in Gewässern / von Univ.-Prof. Dr. Erik Gawel, Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Köck, Henrik Fischer, Dr. Stefan Möckel (Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ, Leipzig) ; unter Mitarbeit von Constanze Platt, Karl Trela (Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ, Leipzig) ; im Auftrag des Umweltbundesamtes ; Durchführung der Studie: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ ; Redaktion: Fachgebiet II 2.1 Übergreifende Angelegenheiten Wasser und Boden Dirk Osiek, Dr. Jörg Rechenberg
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1048618803
URN
urn:nbn:de:gbv:3:2-1068204
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Autorin / Autor
Körperschaft
Erschienen
Dessau-Roßlau : Umweltbundesamt, Dezember 2017
Umfang
1 Online-Ressource (90 Seiten, 1,96 MB) : Illustrationen
Ausgabevermerk
Sprache
ger
Anmerkungen
Abschlussdatum: Juli 2017
Literaturverzeichnis: Seite 87-90
Inhaltliche Zusammenfassung
Arzneimittelwirkstoffe tragen maßgeblich zu einer Belastung von Gewässern durch Mikroverunreinigungen bei und erzeugen so bislang nicht internalisierte Umwelt- und Ressourcenkosten. Zur Eindämmung der Ausbreitung von Mikroverunreinigungen in Gewässern kommen unter Verweis auf die vielen verschiedenen Herkunftsbereiche (u. a. Kosmetika, Reinigungs- und Arzneimittel oder Lebensmittelzusatzstoffen bis hin zu Industrie- und Agrarchemikalien) sowie Pfade, über die diese Verunreinigungen in Gewässer gelangen (u. a. Industrieabwässer, kommunale Kläranlagen, Bergbau, Deponien, Landwirtschaft, Atmosphäre) in aller Regel eine Kombination mehrerer Maßnahmen in Betracht, die entlang der gesamten Verursacherkette von Produktion, Vertrieb, Konsum und Entsorgung bis hin zur Wasseraufbereitung ansetzen. Eine herausragende Rolle spielen in der Diskussion dabei zusätzliche Maßnahmen auf zentralen Kläranlagen ("vierte Reinigungsstufe"). Im Bereich der Stoffeinträge werden Arzneimittel besonders intensiv diskutiert. Unabhängig von den konkret ergriffenen Maßnahmen zur Reduktion der Konzentrationen von Mikroverunreinigungen in Gewässern stellt sich die Frage, wie Akteure des Arzneimittelsektors, insbesondere Arzneimittelhersteller, nach dem Verursacherprinzip angemessen an den Kosten dieser Maßnahmen beteiligt werden und den entscheidenden Personen entlang der Nutzungskette entsprechende Kosten-Signale übermittelt werden können. Das Vorhaben prüft vor diesem Hintergrund das Instrument einer Arzneimittelabgabe und identifiziert mögliche Ansatzpunkte für eine arzneimittelbezogene Abgabe einschließlich ihrer ökonomischen Wirkungen und der jeweiligen rechtlichen Zulässigkeit. Ziel ist es dabei zu ermitteln, ob und ggf. in welcher konkrete Form es sinnvolle ökonomische und zugleich rechtlich zulässige Ansätze für eine direkte oder indirekte Beteiligung des Arzneimittelsektors an den Kosten der Abwasseraufbereitung mit Blick auf Mikroverunreinigungen gibt.
Active pharmaceutical ingredients play a significant role on the contamination of water bodies through micropollution and thus cause environmental and resource costs not internalized so far. To stop the spread of micropollution in water bodies, and with reference to the many different origins (i. a. from cosmetics, detergents, medicines or food additives up to industrial and agricultural chemicals) as well as paths that discharge these contaminations into the water bodies (i.a. industrial waste water, municipal waste water treatment plants, mining, landfills, agriculture, atmosphere), generally, a combination of measures come into consideration which start along the chain of polluters in production, sales, consumption and disposal up to water treatment. Additional measures in central waste water treatment plants ("quarternary sewage treatment") play an outstanding role in this debate. In the area of substance inputs, medicinal products are discussed with particular intensity. Irrespective of the concrete measures taken to reduce micropollution concentration in water bodies, the question arises how actors of the pharmaceutical sector, especially pharmaceutical manufacturers, should have to share the costs of those measures, adequately and how the cost signals could be communicated to the decision-makers along the usage chain. Against this background, this project examines the instrument of a pharmaceutical regulatory charge and identifies possible approaches for a levy for pharmaceutical products including their economic impacts and their respective legal admissibility. The objective, in this regard, is to determine, whether and, possibly, in what concrete form there are reasonable economic and, at the same time, legally valid approaches to the pharmaceutical sector for a direct or indirect participation in the costs of wastewater treatment with regard to micropollution.
Schriftenreihe
Texte ; 2017, 115 ppn:505871920