Wissenschaftliches Monitoring zur Evaluierung und Weiterentwicklung der Regelungen der Ersatzbaustoffverordnung : Zwischenbericht / von Nadine Muchow, Christian Dierks (ifeu - Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg gGmbH, Berlin), Felix Kaiser, Nadine Buschow, Nathalie Korf (u.e.c. Berlin Umwelt- und Energie-Consult GmbH, Berlin), Dr. Christoph Ewen, Dr. Michel-André Horelt (team ewen GbR | ewen, knapstein, lenz, schönfelder, Darmstadt) ; im Auftrag des Umweltbundesamtes ; Redaktion: Fachgebiet III 2.2 Ressourcenschonung, Stoffkreisläufe, Mineral- und Metallindustrie - Dr. Alexander Hartmann, Michael Marty

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Discovery

1948230585

URN

urn:nbn:de:gbv:3:2-123456789-1172670

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ISSN

Beiträger

Körperschaft

Erschienen

Dessau-Roßlau : Umweltbundesamt, 2025

Umfang

1 Online-Ressource (47 Seiten, 2,53 MB) : Illustrationen, Diagramm

Ausgabevermerk

Sprache

ger

Anmerkungen

Abschlussdatum: September 2025
Literaturverzeichnis: Seite 45-47

Inhaltliche Zusammenfassung

Das Forschungsvorhaben befasste sich mit drei Themenkomplexen: Wie verändert sich die Entsorgung bzw. der Einsatz von mineralischen Ersatzbaustoffen (MEB) im Tiefbau? Welche Hemmnisse stehen dem Einsatz von MEB entgegen? Welche Lösungsansätze sind geeignet, um den Einsatz von MEB zu stärken? Zur Beantwortung dieser Fragen wurde ein Planspiel durchgeführt. An vier Tagen wurden insgesamt über 100 Vertreterinnen und Vertreter der von der ErsatzbaustoffV betroffenen Unternehmen, Behörden und Verbände beteiligt. Beschäftigte aus der Bau- und Entsorgungswirtschaft, Ingenieurbüros, Laboren, Prüfstellen sowie Vollzugsbehörden der Fachbereiche Abfall, Boden- und Wasserschutz kamen dafür zusammen. Es wurde festgestellt, dass mineralische Ersatzbaustoffe nicht verstärkt in technischen Bauwerken eingesetzt werden. Der Großteil der Stoffströme wird dem gleichen Entsorgungsverfahren zugeführt wie vor dem Inkrafttreten der ErsatzbaustoffV. Es bestehen Hinweise auf eine Mengenverschiebung in Richtung Deponie, obwohl dies in der Statistik der abgelagerten Mengen aktuell nicht sichtbar wird. Die Hemmnisanalyse ergab fünf Evaluationsfelder, in denen Handlungsbedarf besteht, um den Einsatz von MEB zu stärken. Dies sind: umweltschutzrelevante sowie technische Einbaubedingungen von MEB, Dokumentationspflichten, Anforderungen an den Rückbau von Bauwerken sowie Analytik und Güteüberwachung. Für eine "schnelle Novelle" der ErsatzbaustoffV wurden neun Novellierungsansätze herausgearbeitet, bei denen ein breiter Konsens bzgl. der Umsetzung unter den beteiligten Institutionen bestand und gleichzeitig ein hoher Nutzen für den Einsatz von MEB bestätigt wurde. Dazu zählen u.a. die Zulassung des Einbaus von MEB auf kiesigem Untergrund und Grundgebirge, die Einführung einer Kleinmengenregelungen zur Erleichterung der Dokumentationspflichten und die Festlegung des Säulenkurztests als einheitliches Analyseverfahren für die werkseigene Produktionskontrolle und die Fremdüberwachung. Ein erhöhter Abstimmungsbedarf ist bei den Evaluationsfeldern zu erwarten, die Boden- und Gewässerschutz betreffen. Dies gilt insbesondere für Regelungen zur Ermittlung von Standortbedingungen. Eine Einigung zur Definition oder Vereinfachung ist hier jedoch besonders dringlich, weil damit die Zulässigkeit des Einsatzes von MEB bestimmt wird. Dringend gilt es, angrenzende Rechtsbereiche mit der ErsatzbaustoffV zu harmonisieren, insbesondere die Einstufung von Stoffen und Materialien als (nicht) wassergefährdend und die Anwendung der LABO-Vollzugshilfe zu §§ 6-8 BBodSchV. Außerdem ist eine Regelung zum Abfallende der güteüberwachten Materialien essenziell, um Einsatz und Akzeptanz von MEB zu fördern.
The project addressed three key topics: How does the disposal or use of mineral substitute building materials (MEB) change? What obstacles hinder the use of MEB? Which solution approaches are suitable to strengthen the use of MEB? To answer these questions, a simulation game was conducted. Over the course of four days, more than 100 representatives of companies, authorities, and associations affected by the Substitute Building Materials Ordinance (ErsatzbaustoffV) participated. Representatives from the construction and waste management industries, engineering offices, laboratories, testing institutions, as well as enforcement authorities in the fields of waste, soil, and water protection came together for this purpose. It was found that mineral substitute building materials are not being used more extensively in technical construction works. Most of the material flows are directed into the same disposal processes as before the Substitute Building Materials Ordinance came into force. There are indications of a shift in quantities towards landfilling, although this is not yet reflected in the statistics of deposited volumes. The barrier analysis identified five evaluation areas where action is needed to strengthen the use of MEB. These are: environmental protection-related and technical installation conditions for MEB, documentation obligations, requirements for the deconstruction of buildings, as well as analytics and quality monitoring. For a "fast amendment" of the Substitute Building Materials Ordinance, nine revision approaches were developed for which there was broad consensus on implementation among the participating institutions, while also confirming high benefits for the application of MEB. These include, among others, the approval of MEB installation on gravelly subsoil and bedrock, the introduction of a small-quantity provision to ease documentation obligations, and the establishment of the column short test as a standardized analysis procedure for in-house production control and external monitoring. Increased need for coordination is expected in the evaluation areas concerning soil and groundwater protection. This applies in particular to regulations for determining site conditions. However, agreement on a definition or simplification is particularly urgent here, because it determines the admissibility of using MEB. There is also an urgent need to harmonize adjacent legal areas with the Substitute Building Materials Ordinance, especially the classification of materials as (non-)water-hazardous and the application of the LABO enforcement guidance on §§ 6–8 BBodSchV. Furthermore, a regulation defining the end-of-waste status of quality-monitored materials is essential to promote the use and acceptance of MEB.

Schriftenreihe

Texte. Umweltbundesamt ; 2025, 140 ppn:505871920
REFOPLAN des Bundesministeriums Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz

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