Nachhaltigkeit bei Urlaubsreisen : Bewusstseins- und Nachfrageentwicklung und ihre Einflussfaktoren : Abschlussbericht / von Dirk Schmücker, Wolfgang Günther, Friedericke Kuhn, Nadine Yarar, Bente Grimm, Ulf Sonntag, Rieka Oldsen und Maike Braun (Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V., Kiel) ; im Auftrag des Umweltbundesamtes ; Redaktion: Fachgebiet I 1.2 Internationale Nachhaltigkeitsstrategien, Politik- und Wissenstransfer - Ulrike Wachotsch
Anzeigen / Download9.27 MB
Discovery
1946524247
URN
urn:nbn:de:gbv:3:2-123456789-1170906
DOI
ISBN
ISSN
Beiträger
Körperschaft
Erschienen
Dessau-Roßlau : Umweltbundesamt, 2025
Umfang
1 Online-Ressource (205 Seiten, 9,27 MB) : Illustrationen, Diagramme
Ausgabevermerk
Sprache
ger
Anmerkungen
Abschlussdatum: März 2025
Quellenverzeichnis: Seite 179-182
Sprache der Zusammenfassung: Deutsch, Englisch
Inhaltliche Zusammenfassung
Mit dem vorliegenden Forschungsvorhaben wurde erstmals ein datenbasiertes Monitoring zur Nachfrage nach Nachhaltigkeit bei Urlaubsreisen bereitgestellt, aus dem sich ablesen lässt, wie sich deren Nachhaltigkeitsperformance der Deutschen beim Reisen entwickelt. Im Abgleich mit den Nachhaltigkeits- und Klimaschutzzielen der Bundesregierung wird so sichtbar, ob die Maßnahmen und Impulse zur Förderung von Nachhaltigkeit beim Reisen ausreichen oder nachgesteuert werden muss. Fünf Verhaltensindikatoren und einen Einstellungsindikator bilden den Kern des Monitorings. Nach einer Grundlagenstudie in 2018/19 wurden diese Indikatoren für die Reisejahre 2021 bis 2023 durchgehend erfasst. Zusätzlich wurden in jedem Jahr zu ausgewählten, aktuellen Vertiefungsthemen ergänzende Analysen durchgeführt. Monitoring-Ergebnisse: In den Jahren 2020 und 2021 waren die Reisenden wegen der Corona-Pandemie vorübergehend klimafreundlicher unterwegs als in den Jahren zuvor: Es wurde weniger gereist, die gereisten Distanzen waren insgesamt kürzer und die Verkehrsmittelwahl war klimafreundlicher. 2023 übertrifft die Summe der mit dem Flugzeug bei Urlaubsreisen zurückgelegten Kilometern aber bereits wieder den bisherigen Höchstwert von 2019. Die überwiegende Zahl der Deutschen hat eine zunehmend positive Einstellung zur Nachhaltigkeit beim Reisen. 49 % der Menschen möchten 2024 ökologisch verträgliche Reisen. Das sind 7 %-Punkte mehr als 2019. 61 % wünschen sich sozialverträgliche Urlaubsreisen. CO2-Kompensationsmöglichkeiten wurden im Jahr 2023 bei 5 % aller Urlaubsreisen genutzt. Die Buchung von Reiseangeboten mit Nachhaltigkeitskennzeichnung lag 2023 wie schon 2022 bei 11 % und damit fast doppelt so hoch wie in 2019 (6 %). Bei der Entscheidung zwischen sonst gleichwertigen Angeboten war Nachhaltigkeit leicht abnehmend bei 5 % (2021) bis 3 % (2023) der Urlaubsreisen ausschlaggebend, bei weiteren 21 % (2021) bzw. 17 % (2023) waren Nachhaltigkeitsüberlegungen ein Aspekt von mehreren. Vertiefungsmodule: Die Module zu Crowding und Information sowie Geschäftsreisen (2021) stellten fest, dass viele Urlaubsgäste (44 %) einzelne Situationen, besonders bei der An- und Abreise - vor allen per Flugzeug -, als "zu voll" empfinden. Um sich über das Gästeaufkommen zu informieren, werden am häufigsten Online-Informationen genutzt. Geschäftsreisen werden durch Unternehmen zunehmend nachhaltig gestaltet, meist allerdings eher entlang von Empfehlungen als von festen Regeln. Die Verantwortung für nachhaltiges Reisen bleibt am Ende oft den Beschäftigten überlassen. Das Vertiefungsmodul zu Mobilität (2022) beschreibt, dass Mobilität im Alltag das Reisemobilitätsverhalten beeinflusst: Wer im Alltag umweltfreundliche Verkehrsmittel nutzt, wählt auch im Urlaub eher Bahn und Bus. Das 9-Euro-Ticket förderte dabei nachhaltige Reisemobilität im Inland. Im Vertiefungsmodul "Nachhaltigkeit und Reiseausgaben"(2023) zeigt sich, dass nachhaltiger Reisen nicht per se teurer oder günstiger ist. Es gibt eine Vielzahl von Stellschrauben, die einerseits die Reiseausgaben und andererseits die Nachhaltigkeit der Reise beeinflussen. Ein klarer Einfluss von Nachhaltigkeitsmerkmalen auf die Preisbewertung lässt sich ebenso wenig feststellen. Insgesamt zeigen die drei Jahre Monitoring, dass die deutliche Mehrheit der Deutschen nachhaltig reisen möchte. Nachhaltigkeit bei Urlaubsreisen hat Potenzial - auch wenn sie bisher nur selten ausschlaggebend für die Urlaubsentscheidung war. Eine grundlegende Veränderung des Reiseverhaltens Richtung Nachhaltigkeit ist gleichwohl nicht erkennbar. Mehr Reiseangebote und Reiseideen für unterschiedliche Zielgruppen, die sowohl nachhaltig als auch überzeugend attraktiv sind, wären hier für eine Nachfrageveränderung wichtig.
This research project is the first to provide data-based monitoring of the demand for sustainability in holiday travel, which shows how the sustainability performance of Germans when travelling is developing. In comparison with the German government's sustainability and climate protection goals, it becomes clear whether the measures and impetus to promote sustainability when travelling are sufficient or whether adjustments need to be made. Five behavioural indicators and an attitude indicator form the core of the monitoring program. Following a baseline study in 2018/19, these indicators were continuously recorded for the travel years 2021 to 2023. In addition, supplementary in-depth analyses were carried out each year on selected actual topics. Monitoring results: In 2020 and 2021, travellers were temporarily more climate-friendly than in previous years due to the coronavirus pandemic: people travelled less, the distances travelled were shorter overall and the choice of transport was more climate-friendly. In 2023, however, the total number of kilometres travelled by plane on holiday trips already exceeded the previous high from 2019. The majority of Germans have an increasingly positive attitude towards sustainability when travelling. 49% of people would like to travel in an environmentally friendly way in 2024. That is 7% points more than in 2019. 61% want socially responsible holidays. CO2 compensation options were used for 5% of all holiday trips in 2023 In 2023, as in 2022, 11% of holidays were booked with sustainability labelling, almost twice as high as in 2019 (6%). When deciding between otherwise equivalent offers, sustainability was a slightly decreasing factor in 5% (2021) to 3% (2023) of holiday trips, while sustainability considerations were one of several aspects for a further 21% (2021) and 17% (2023). In-depth modules: The module on crowding and business travel (2021) finds that many holiday guests (44%) find individual situations "too crowded", particularly when travelling to and from the destination - especially by plane. Online information is most frequently used to find out about the number of guests travelling. Business trips are increasingly being organised sustainably by companies, but mostly based on recommendations rather than fixed rules. Responsibility for sustainable travel is often ultimately left to employees. The in-depth module on mobility (2022) describes how mobility in everyday life influences travel behaviour: those who use environmentally friendly means of transport in everyday life are also more likely to choose train and bus when on holiday. The 9-euro ticket promoted sustainable domestic travel mobility. The in-depth module "Sustainability and travel expenditure"(2023) shows that sustainable travel is not per se more expensive or cheaper. There is a number of factors that influence travel expenditure on the one hand and the sustainability of the trip on the other. There is also no clear influence of sustainability features on the price assessment. Overall, the three years of monitoring show that the clear majority of Germans want to travel sustainably. Sustainability in holiday travel has potential - even if it has rarely been a decisive factor in holiday decisions to date. Nevertheless, a fundamental change in travel behaviour towards sustainability is not discernible. More travel offers and travel ideas for different target groups that are both sustainable and convincingly attractive would be important for a change in demand.
Schriftenreihe
Texte. Umweltbundesamt ; 2025, 123 ppn:505871920
REFOPLAN des Bundesministeriums Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz
REFOPLAN des Bundesministeriums Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz