Das Problem weltmarktlicher Arzneimittelversorgung : ein Vergleich alternativer Argumentationsstrategien für eine globale Ethik / Ingo Pies u. Stefan Hielscher

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530970325

URN

urn:nbn:de:gbv:3:2-568

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Körperschaft

Erschienen

Halle : Lehrstuhl für Wirtschaftsethik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, 2007

Umfang

1 Online-Ressource (circa 26 Seiten, 272 KB) : Illustrationen

Ausgabevermerk

Sprache

ger

Anmerkungen

Parallel als Buch-Ausg. erschienen

Inhaltliche Zusammenfassung

Dieser Beitrag führt einen Theorievergleich durch. Er kontrastiert den philosophischen Ansatz von Thomas Pogge mit dem Ansatz einer ökonomischen Theorie der Moral. Untersucht wird, wie die beiden Ansätze dem moralischen Anliegen vorarbeiten, die internationale Versorgung mit Arzneimitteln zu verbessern, d.h. wie sie als Theorie dem praktischen Missstand entgegenwirken (wollen), dass Millionen von Menschen an im Prinzip leicht behandelbaren Krankheiten leiden und sterben. Die beiden Ansätze werden verglichen im Hinblick auf ihre Diagnose des Problems und im Hinblick auf ihre jeweiligen Therapievorschläge. Eine wichtige Gemeinsamkeit besteht darin, dass beide Ansätze der institutionellen Anreizgestaltung einen systematischen Stellenwert zuweisen. Allerdings gibt es wichtige Unterschiede im Detail: Pogge identifiziert den Patentschutz als Kern des Problems, lehnt die fallweise Außerkraftsetzung des Patentschutzes durch Zwangslizensierungen als Scheinlösung ab und schlägt stattdessen vor, Forschung und Produktion so zu trennen, dass Arzneimittel im marktlichen Wettbewerb zu Grenzkostenpreisen verkauft werden können, weil die Forschung vom Staat finanziert und als öffentliches Gut bereitgestellt wird. Pogge plädiert für eine von den Reichen zu zahlende Subventionierung, die dazu führen sollen, dass angesichts niedrigerer Arzneimittelpreise sich auch die Armen eine Versorgung mit Medikamenten leisten können. Demgegenüber besteht das Hauptproblem aus Sicht einer ökonomischen Theorie der Moral primär darin, dass in armen Ländern vielfach die institutionellen Voraussetzungen fehlen, damit sich die Bedürfnisse der Armen auch tatsächlich als Bedarf am Markt artikulieren können. In theoretischer Hinsicht besteht der wichtigste Unterschied im Verständnis von Normativität. Bei Pogge hat Ethik die Aufgabe, Verpflichtungsgründe zu formulieren, die Reiche dazu veranlassen soll, sich einem Ressourcentransfer an Arme nicht zu verschließen. Hier wird Normativität als Obligation aufgefasst. Sie hat die Aufgabe, prudentielle Argumentationslücken und daraus folgende Implementierungslücken zu schließen. Aus Sicht einer ökonomischen Theorie der Moral hingegen besteht die Aufgabe der Ethik darin, gemeinsame Interessen identifizieren zu helfen. Hier wird Normativität als Heuristik aufgefasst. Sie dient dazu, institutionelle Arrangements für wechselseitige Besserstellungen zu (er)finden.

Schriftenreihe

Diskussionspapier ; 07,5 ppn:571346170

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