Kreislaufwirtschaft und Wachstum : eine kritische Perspektive auf Post-Wachstums- und Pro-Wachstums-Ansätze zur circular economy / Felix Carl Schultz und Ingo Pies

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1923877003

URN

urn:nbn:de:gbv:3:2-1132433

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ISSN

Beiträger

Erschienen

Halle : Lehrstuhl für Wirtschaftsethik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, 2025

Umfang

1 Online-Ressource (20 Seiten, 0,45 MB) : Diagramm

Ausgabevermerk

Sprache

ger

Anmerkungen

Literaturverzeichnis: Seite 14-16
Sprache der Zusammenfassung: Deutsch, Englisch

Inhaltliche Zusammenfassung

In jüngster Zeit wird kritisch debattiert, ob bzw. inwiefern eine Kreislaufwirtschaft mit Wirtschaftswachstum vereinbar ist. Hier stehen sich zwei Positionen diametral gegenüber. Auf der einen Seite gibt es Plädoyers für eine Kreislaufwirtschaft, die ganz gezielt auf Wachstum setzen soll (Pro-Growth): Im Gegensatz dazu gibt es auf der anderen Seite Plädoyers, die Kreislaufwirtschaft möge auf Post-Wachstum setzen, also auf Wachstumsverzicht (Degrowth): Vor diesem Hintergrund verfolgt der vorliegende Aufsatz das Ziel, eine Argumentationslinie zu entwickeln, die dazu beiträgt, die beiden antagonistischen Positionen miteinander zu versöhnen. Zu diesem Zweck wird die aus der Moralphilosophie bekannte Methode des ‚praktischen Syllogismus‘ zur Anwendung gebracht. Sie führt vor Augen, wie normative und positive Argumente strukturiert werden können, um die Formulierung von gut begründeten moralischen Schlussfolgerungen zu ermöglichen. Mit Hilfe dieses interdisziplinären Impulses zielt dieser Aufsatz darauf ab, logische Fehler in der aktuellen Argumentation aufzudecken und diskursive Lernprozesse zu fördern. Auf diese Weise werden vier Einsichten formuliert, die auf gesellschaftlicher Ebene für eine gelingende Transformation zur Kreislaufwirtschaft von grundlegender Bedeutung sind. Sie betreffen einen Pfad intensiven Wachstums, die Internalisierung externer Effekte durch Schaffung neuer (bislang fehlender) Märkte, eine institutionelle Unterstützung zur Aussendung positiver externer Effekte und eine gesellschaftliche Diffusion von Innovationsrenten, die das unternehmerische Gewinnmotiv für die Erreichung von Nachhaltigkeitszielen in Dienst nimmt. Zwei weitere Einsichten betreffen die Unternehmensebene: Hier verweist der vorliegende Aufsatz auf die Notwendigkeit, besondere Managementkompetenzen zu entwickeln, nämlich zum einen die Governance-Kompetenz zur argumentativen Aufklärung über gemeinsame Interessen an institutionellen Arrangements sowie zum anderen die Governance-Kompetenz zur (Re-)Konfiguration institutioneller Strukturen und ihrer Anreizwirkungen. Mit diesen insgesamt sechs Einsichten verbindet sich die Anregung, neue Denkansätze in Wissenschaft und Praxis zu etablieren.
This article contributes to the vibrant debate in the circular economy (CE) community about CE's compatibility with economic growth. There are two diametrically opposed positions. On the one hand, some argue that a circular economy should prioritize growth. On the other hand, there are calls for the circular economy to focus on post-growth, on a renunciation of growth, i.e. degrowth. This article aims to develop a line of argument that helps to reconcile these two antagonistic positions. We apply the ‘practical syllogism’ method from moral philosophy to do so. This method clearly shows how both normative and positive arguments can be structured to allow the formulation of well-founded moral conclusions. This interdisciplinary approach identifies and corrects logical flaws in current arguments, fostering inclusive learning processes. This results in four key insights that are crucial for a successful transition to a circular economy. These insights refer to a path of intensive growth, the internalization of negative externalities through the creation of new (currently missing) markets, institutional support for the generation of positive externalities, and a societal diffusion of innovation rents that puts the entrepreneurial profit motive at the service of achieving sustainability goals. Two further insights relate to the corporate level. This article points to the need to develop special management competencies for successful governance: skills for the argumentative clarification of common interests in institutional arrangements and skills for the (re)configuration of institutional structures and their incentive effects. In sum, these six insights may inspire new approaches in theory and practice.

Schriftenreihe

Diskussionspapier ; 2025, Nr. 03 ppn:571346170

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