Entwicklung eines Monitoring- und Bewertungskonzeptes für die Schadstoffbelastung mariner Säuger in der Nord- und Ostsee zur Umsetzung der MSRL : Abschlussbericht / von Dr. Luca Aroha Schick, Dr. Lilja Fromme, Dr. Britta Schmidt, Prof. Prof. h. c. Dr. Ursula Siebert (Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung, Stiftung Tierärztliche Hochschule, Hannover), Dr. Eva B. Reiter, Prof. Dr. Annika Jahnke (Helmholtz‐Zentrum für Umweltforschung - UFZ GmbH, Leipzig) ; im Auftrag des Umweltbundesamtes ; Redaktion: Fachgebiet II 2.3 ‐ Schutz der Meere und Polargebiete - Ulrike Pirntke
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Discovery
1935261371
URN
urn:nbn:de:gbv:3:2-123456789-1167641
DOI
ISBN
ISSN
Beiträger
Körperschaft
Erschienen
Dessau-Roßlau : Umweltbundesamt, 2025
Umfang
1 Online-Ressource (112 Seiten, 2,45 MB) : Illustrationen, Diagramm
Ausgabevermerk
Sprache
ger
Anmerkungen
Abschlussdatum: September 2024
Quellenverzeichnis: Seite 96-109
Sprache der Zusammenfassung: Deutsch, Englisch
Inhaltliche Zusammenfassung
Marine Säuger wie Schweinswale (Phocoena phocoena), Kegelrobben (Halichoerus grypus) und Seehunde (Phoca vitulina) sind Spitzenprädatoren in den Nahrungsnetzen der Nord- und Ostsee und insbesondere bioakkumulierenden Stoffen ausgesetzt. Diese Schadstoffbelastung stellt einen dauerhaften Stressfaktor für die Tiere dar und kann negative Auswirkungen auf ihre Gesundheit und Fortpflanzung haben. Vor diesem Hintergrund wurde im Rahmen dieses Projekts ein Monitoring- und Bewertungskonzept entwickelt, um die Schadstoffbelastung mariner Säuger in der Nord- und Ostsee zu überwachen und zu bewerten. Ziel des Konzeptes ist es, belastbare Daten zu erfassen und mit toxikologisch abgeleiteten Bewertungsschwellen die Gefährdung der Meeressäuger besser zu bewerten um geeignete Maßnahmen zum Schutz vor zu hohen Belastungen mit diesen Schadstoffen ergreifen zu können. Das Projekt trägt zur Umsetzung der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL), insbesondere des Deskriptors 8 (Schadstoffe), bei und leistet einen wichtigen Beitrag zum Schutz der marinen Säugetiere in der Nord- und Ostsee. Im Rahmen des Projektes hat das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) den aktuellen Kenntnisstand zu Schadstoffbelastungen für den Schweinswal, die Kegelrobbe und den Seehund aus der Nord- und Ostsee durch eine Literaturrecherche zusammengestellt. Hierfür wurden insbesondere Studien an marinen Säugern aus Nord- und Ostsee aber auch Untersuchungen aus den angrenzenden Meeresgebieten genutzt. Des Weiteren wurde ein Monitoring- und Bewertungskonzept für die Schadstoffbelastung mariner Säuger im Rahmen der MSRL, des Helsinki Übereinkommens zum Schutz der Meeresumwelt der Ostsee (HELCOM) und des Oslo Paris Übereinkommens zum Schutz der Meeresumwelt des Nordostatlantiks (OSPAR) entwickelt. Die Verwertbarkeit der ermittelten Schadstoffdaten in marinen Säugern für Chemikaliengesetze, z.B. die Europäische Chemikalienverordnung zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH-Verordnung (EG) 1907/2006) zu untersuchen war ebenso eine Aufgabe des Projektes. Um Schadstoffdaten aus marinen Säugern für Bewertungen zur Verfügung zu stellen, wurde ein Datenformat für die Meeresumweltdatenbank (MUDAB) angepasst und weiterentwickelt. So können Daten in einem einheitlichen Format erfasst und öffentlich zugänglich gemacht werden. Um die Schadstoffbelastung mariner Säuger bewerten zu können, wurden bestehende Bewertungsschwellen geprüft und beispielhaft Qualitätsstandards für marine Säuger abgeleitet. Hierfür wurde der Methodik des Technical Guidance Document (TGD) Nr. 27 gefolgt, um der Vorgehensweise unter der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) zu entsprechen. Die Ergebnisse des Projektes machen deutlich, dass noch große Datenlücken bei der Untersuchung der Schadstoffbelastung mariner Säuger in der Nord- und Ostsee bestehen und die Ableitung von Bewertungsschwellen aufgrund fehlender Daten sofern überhaupt möglich, unsicher sein kann. Das vorgeschlagene Monitoringkonzept sowie die im Projekt erarbeiteten Richtlinien zur Probennahme, Datenerhebung und Datenspeicherung bieten die Grundlage, langfristig Monitoringdaten zu erheben und Datenlücken zu schließen.
Schriftenreihe
Texte. Umweltbundesamt ; 2025, 94 ppn:505871920
REFOPLAN des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz
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