Gehalte von Chlor, PCDD/PCDF und dl-PCB in Aschen aus privater Holzfeuerung (Kleinfeuerungsanlagen) und mittelgroßen Biomassefeuerungsanlagen : Zwischenbericht / von Alexander Potrykus, Klaudija Cipris, Elisabeth Zettl, Margit Kühnl, Letizia Fratini (Ramboll Deutschland GmbH, München) ; im Auftrag des Umweltbundesamtes ; Redaktion: Fachgebiet III 1.5 "Abfallwirtschaft, grenzüberschreitende Abfallverbringung" - Mareike Röhreich
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1970752289
URN
urn:nbn:de:gbv:3:2-123456789-1189664
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ISBN
ISSN
Koordinaten
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Beiträger
Körperschaft
Erschienen
Dessau-Roßlau : Umweltbundesamt, 2026
Umfang
1 Online-Ressource (135 Seiten, 4,38 MB) : Illustrationen, Diagramme
Ausgabevermerk
Sprache
ger
Anmerkungen
Abschlussdatum: Februar 2026
Quellenverzeichnis: Seite 105-108
Sprache der Zusammenfassung: Deutsch, Englisch
Inhaltliche Zusammenfassung
PCDD/F und dl-PCB sind sogenannte "Persistente organische Schadstoffe" (engl. Persistent organic pollutants; im Folgenden "POP") und als solche, Gegenstand völkerrechtlicher Übereinkommen mit dem übergreifenden Ziel, Produktion, Verwendung und Freisetzung von POP so weit möglich zu reduzieren bzw. zu beenden. Die Umsetzung in der Europäischen Union erfolgt durch die Verordnung (EU) 2019/1021 vom 20. Juni 2019 (EU POP-Verordnung). Da die dl-PCB toxikologische Eigenschaften haben, die denen von PCDD/F sehr ähnlich sind, wurden in der EU POP-Verordnung diese dioxinähnlichen Verbindungen in den bestehenden Gruppeneintrag für PCDD/F aufgenommen. Mit dieser Änderung wird für die PCDD/F und dl-PCB ein gemeinsamer Schwellenwert festgelegt, ab dem Abfälle nach Artikel 7 der EU POP-VO zu bewirtschaften und der POP-Gehalt zu zerstören ist (unterer POP-Grenzwert 5 μg/kg statt bisher 15 μg/kg). Die Mitgliedsstaaten sind aufgefordert, Daten über den Gehalt an PCDD/F sowie dl-PCB in Asche und Ruß aus privaten Haushalten sowie Flugasche aus Biomasseanlagen zur Wärme- und Stromerzeugung bis 1. Juli 2026 zu erheben. Der vorliegende Bericht soll hierzu einen Beitrag aus deutscher Sicht liefern, sowie Grundlagen zur Beantwortung der Frage, ob eine weitere Absenkung des Grenzwertes unter Berücksichtigung des wissenschaftlichen und technischen Fortschritts machbar ist. Des Weiteren sollen die für Deutschland ermittelten Gehalte von PCDD/F und dl-PCB vor dem Hintergrund der abgesenkten Grenzwerte in der EU POP Verordnung für diese Verbindungen diskutiert werden. Hierzu wurde eine Literaturrecherche durchgeführt und zur Erhebung von Daten zu Gehalten von PCDD/F und dl-PCB in Aschen von deutschen Kleinfeuerungsanlagen und mittelgroßen Biomassefeuerungsanlagen wurden Beprobungen an 20 Kleinfeuerungsanlagen sowie an 10 mittelgroßen Biomassefeuerungsanlagen vorgenommen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Grobaschen i.d.R. sehr niedrig belastet sind und Flugaschen grundsätzlich höhere Konzentrationen aufweisen, die jedoch in der Regel deutlich unterhalb bestehender regulatorischer Grenzwerte liegen. Hohe Konzentrationen, die in Einzelfällen im Bereich oder über den Grenzwerten liegen können, treten bei den beprobten Anlagen ausschließlich im Zusammenhang mit der Verbrennung von Altholz oder anderen be- oder verarbeiteten Hölzern auf. Der größte Anteil der Toxizität wird sowohl in der Grob- als auch in der Flugasche durch PCDD/F verursacht. Der Anteil der dl-PCB liegt in der Regel bei wenigen Prozentpunkten. Obwohl die Grobaschen in erheblich größeren Mengen anfallen, befindet sich bei Kleinfeuerungsanlagen etwa ¼ der gesamten TEQ-Fracht in den Grobaschen und ¾ in den Flugaschen. Eine weitere Absenkung des Grenzwertes wäre möglich, sofern in den betreffenden Anlagen ausschließlich unbehandeltes oder nur mechanisch behandeltes Holz verbrannt wird. Bei Anlagen, in denen Altholz der Kategorie A II oder andere, nicht nur mechanisch be- oder verarbeitete Hölzer verbrannt werden, können erhöhte PCDD/F und dl-PCB-Gehalte auftreten. Es wäre zu prüfen, ob ein weiter gesenkter Grenzwert in solchen Fällen durch eine bessere Kontrolle des Brennstoffes einzuhalten ist. Eine Absenkung des Grenzwertes müsste dann mit entsprechenden Aufklärungsmaßnahmen einhergehen. Zusätzlich müssten in die Prüfung auch weitere PCDD/F und dl-PCB-Quellen mit einbezogen werden.
PCDD/Fs and dl-PCBs are persistent organic pollutants (POPs) and, as such, are subject to international agreements with the overarching goal of reducing or eliminating the production, use and release of POPs as far as possible. Implementation in the European Union is carried out by Regulation (EU) 2019/1021 of 20 June 2019 (EU POP Regulation). Since dl-PCBs have toxicological properties very similar to those of PCDD/Fs, these dioxin-like compounds have been included in the existing group entry for PCDD/Fs in the EU POP Regulation. This adjustment establishes a common threshold for PCDD/Fs and dl-PCBs, above which waste must be managed in accordance with Article 7 of the EU POP Regulation and the POP content must be destroyed (lower POP limit 5 μg/kg instead of the previous 15 μg/kg). Member States should collect data on the content of PCDD/Fs and dl-PCBs in ash and soot from private households and fly ash from biomass units for heat and power production by 1 July 2026. This report aims to contribute to this data collection from a German perspective and to provide a basis for answering the question of whether a further reduction of the limit value is feasible, taking into account scientific and technical progress. Furthermore, the levels of PCDD/Fs and dl-PCBs identified for Germany are to be discussed against the background of the reduced limit values in the EU POP Regulation for these compounds. To this end, a literature review was conducted, and samples were taken from 20 small combustion plants and 10 medium-sized biomass combustion plants to collect data on PCDD/F and dl-PCB levels in ash from German small combustion plants and medium-sized biomass combustion plants. The results show that coarse ash is generally very low in contamination and fly ash generally contains higher concentrations, but these are usually well below existing regulatory limits. High concentrations, which in individual cases may be at or above the limit values, occur at the sampled plants exclusively in connection with the combustion of waste wood or other processed wood. The largest proportion of toxicity in both coarse ash and fly ash is caused by PCDD/Fs. The proportion of dl-PCBs is usually a few percentage points. Although coarse ash is produced in considerably larger quantities, in small combustion plants approximately ¼ of the total TEQ load is found in coarse ash and ¾ in fly ash. A further reduction in the limit value would be possible if only untreated or exclusively mechanically treated wood were burned in the plants concerned. At plants that burn category A II waste wood or other wood that has not been treated or processed exclusively by mechanical means, elevated levels of PCDD/Fs and dl-PCBs may occur. It would need to be examined whether a further reduction in the limit value can be achieved in such cases through better control of the fuel. A reduction of the limit value would then need to be accompanied by appropriate awareness-raising measures. In addition, other sources of PCDD/Fs and dl-PCBs would also need to be included in the assessment.
Schriftenreihe
Texte. Umweltbundesamt ; 2026, 62 ppn:505871920
REFOPLAN des Bundesministeriums Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz
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