Arbeit und Qualifizierung in der sozial-ökologischen Transformation : Endbericht / von Jan Plassenberg, Ines Thobe, Marc Ingo Wolter (Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung mbH (GWS), Osnabrück), Johanna Binnewitt, Robert Helmrich, Tobias Maier, Jan Philipp Schroer (Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Bonn), Christof Röttger, Gerd Zika (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Nürnberg), Faten Saleh, Marlène de Saussure, Marc Bovenschulte (Institut für Innovation und Technik (iit), Berlin) ; im Auftrag des Umweltbundesamtes ; Herausgeber: Umweltbundesamt, Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit ; Durchführung der Studie: Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung mbH ; Redaktion: Fachgebiet I 1.4 Wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Umweltfragen, sozial-ökologischer Strukturwandel, nachhaltiger Konsum - Frauke Eckermann
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Discovery
196068731X
URN
urn:nbn:de:gbv:3:2-123456789-1176156
DOI
ISBN
ISSN
Beiträger
Erschienen
Dessau-Roßlau : Umweltbundesamt ; Berlin : Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, 2026
Umfang
1 Online-Ressource (95 Seiten, 17,33 MB) : Diagramme
Ausgabevermerk
Sprache
ger
Anmerkungen
Literaturverzeichnis: Seite 91-94
Abschlussdatum: März 2025
Sprache der Zusammenfassung: Deutsch, Englisch
Inhaltliche Zusammenfassung
Die sozial-ökologische Transformation hin zu einer treibhausgasneutralen Wirtschaftsweise bis 2045 bringt tiefgreifende strukturelle Veränderungen mit sich, die zentrale Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, die berufliche Bildung und Qualifizierung haben werden. Diese Studie identifiziert Schlüsselbranchen und -berufe, die besonders von der Transformation betroffen sind oder sie aktiv gestalten. Analysiert wurden unter anderem Stellenanzeigen, Unternehmensbefragungen, Erwerbstätigendaten sowie Expert*inneninterviews. Zu den identifizierten Transformationsberufen gehören unter anderem Berufe aus den Bereichen Maschinenbau, Energie- und Elektrotechnik, Bauplanung und Architektur. In diesen Berufen herrscht bereits heute ein akuter Fachkräftemangel oder es wird für die Zukunft ein Engpass erwartet. Dieser kann sich durch den zunehmenden Transformationsdruck weiter verschärfen. Dabei zeigt sich, dass verschiedene Transformationsprozesse auf dieselben Berufe angewiesen sind. Für Beschäftigte in diesen Berufen eröffnet dies Möglichkeiten, führt jedoch auf gesamtwirtschaftlicher Ebene zu kritischen Engpässen und gefährdet das Gelingen der Transformation. Zu diesen sogenannten Flaschenhalsberufen zählen insbesondere Tätigkeiten in der Architektur und Bauplanung, deren begrenzte Verfügbarkeit nachgelagerte Prozesse verzögern. Zu den Branchen, die eine zentrale Rolle bei der Transformation einnehmen und zugleich maßgeblich auf die identifizierten Transformationsberufe angewiesen sind, gehören der Maschinenbau, die Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen, das Baugewerbe, die Energieversorgung, die Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten sowie Architektur- und Ingenieurbüros und technische Untersuchung. Die sozial-ökologische Transformation gelingt nur, wenn der Arbeitsmarkt aktiv mitgestaltet wird, denn die Studie zeigt, dass Marktkräfte und technologische Innovationen allein nicht ausreichen. Es braucht gezielte politische Steuerung, institutionelle Rahmensetzung sowie Investitionen in Qualifizierung, Ausbildung und die Qualität von Arbeit. Ein ganzheitlicher Blick auf Arbeitsmarkt und Bildungssystem ist dabei unerlässlich: Statt einzelne Berufe isoliert zu priorisieren, gilt es, das Qualifizierungs- und Beschäftigungssystem in seiner Gesamtheit zu stärken. Erforderlich ist eine differenzierte Arbeitsmarktpolitik, die sowohl sektorübergreifende Entwicklungsperspektiven als auch die regionale Passung berücksichtig und zentrale Berufsgruppen dort gezielt fördert, wo sie gebraucht werden. Vor diesem Hintergrund formuliert die Studie konkrete Empfehlungen für eine integrierte Fachkräfte- und Strukturpolitik: Dazu zählen unter anderem der Ausbau berufsbezogener Weiterbildung, die curriculare Modernisierung der beruflichen Bildung, die Förderung guter Arbeitsbedingungen sowie die Weiterentwicklung des Fachkräftemonitorings.
The socio-ecological transformation towards a greenhouse gas–neutral economy by 2045 entails profound structural changes with far-reaching implications for the labor market, vocational education, and skills development. This study identifies key sectors and occupations that are particularly affected by, or actively shaping, the transformation. The analysis draws on job postings, enterprise surveys, employment data, and expert interviews. Among the identified transformation occupations are professions in mechanical engineering, energy and electrical engineering, construction planning, and architecture. These fields already face acute labor shortages, or are expected to experience them in the future—a challenge likely to intensify under growing transformation pressures. Moreover, several transformation processes depend on the same occupations. While this creates opportunities for workers, it also generates critical bottlenecks at the macroeconomic level and threatens the success of the transformation. Such “bottleneck occupations” include, in particular, architecture and construction planning, where limited availability can significantly delay subsequent processes. Sectors that play a pivotal role in the transformation and rely heavily on these occupations include mechanical engineering, motor vehicle and parts manufacturing, construction, energy supply, the production of data processing equipment equipment, as well as architectural and engineering services and technical testing. The socio-ecological transformation can only succeed if the labor market is actively shaped, as the study demonstrates that market forces and technological innovation alone are insufficient. Targeted political steering, institutional frameworks, and investments in skills development, vocational education, and job quality are essential. A holistic perspective on the labor market and education system is indispensable: rather than isolating individual occupations, the entire skills and employment system must be strengthened. This requires a differentiated labor market policy that addresses cross-sectoral development needs, considers regional specificities, and supports key occupations where they are most needed. Against this backdrop, the study formulates concrete recommendations for an integrated skills and structural policy, including the expansion of work-related training, curricular modernization of vocational education, the promotion of good working conditions, and the advancement of skills monitoring systems.
Schriftenreihe
Umwelt, Innovation, Beschäftigung ; 2026, 01 ppn:584775458
REFOPLAN des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit
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