Beschreibung und Bewertung möglicher Auswirkungen einer unterirdischen Speicherung von Kohlendioxid auf ausgewählte Umweltschutzgüter : Potenzialbewertung § 5 des Kohlendioxid-Speicherungsgesetzes / von Dr. Peter Schütte, Dr. Malte Kohls und Sandra Kattau, LL.M.Eur. (BBG und Partner, Bremen), Dipl.-Biologin Elith Wittrock, Dipl.-Landschaftsökologin Michaela Warnke und Dipl.-Biologin Annette Lienemann (ARSU GmbH, Oldenburg) ; im Auftrag des Umweltbundesamtes ; Durchführung der Studie: BBG und Partner, ARSU GmbH ; Redaktion: Fachgebiet I 3.5 Nachhaltige Raumentwicklung, Umweltprüfungen Carsten Alsleben
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1893949311
URN
urn:nbn:de:gbv:3:2-1068012
DOI
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ISSN
Körperschaft
Erschienen
Dessau-Roßlau : Umweltbundesamt, Januar 2018
Umfang
1 Online-Ressource (170 Seiten, 3,34 MB) : Illustrationen
Ausgabevermerk
Sprache
ger
Anmerkungen
Abschlussdatum: Juni 2015
Quellenverzeichnis: Seite 164-170
Inhaltliche Zusammenfassung
Am 24.08.2012 ist das Kohlendioxid-Speicherungsgesetz (KSpG) in Kraft getreten, das in Umsetzung der CCS-Richtlinie (CCS-RL) die großmaßstäbliche Speicherung von CO 2 betrifft. Die CCS-RL sowie das KSpG zielen darauf ab, dass die CO 2-Speicherung umweltverträglich und unter Vermeidung von negativen Auswirkungen und Risiken für die Umwelt und die menschliche Gesundheit erfolgt. § 5 KSpG sieht eine Bewertung der in Deutschland vorhandenen Speicherpotenziale vor (Potenzialbewertung), für die das Umweltbundesamt die fachlichen Grundlagen für eine wirksame Umweltvorsorge zu erarbeiten hat. Ziel dieses Gutachtens war es, für die Potenzialbewertung handhabbare Bewertungsmaßstäbe und -methoden zu entwickeln, mit denen das Umweltbundesamt die Auswirkungen auf die Schutzgüter Tiere, Pflanzen, biologische Vielfalt, Landschaft, Kultur- und sonstige Sachgüter sowie den Mensch bewerten kann. Darüber hinaus sollten Handreichungen für Stellungnahmen des Umweltbundesamtes bei Genehmigungsverfahren geschaffen werden. Für die Auswirkungsabschätzung im Rahmen der Potenzialbewertung wurden Bereiche/Flächen ermittelt, die eine besondere Empfindlichkeit und daher ein hohes Konfliktpotenzial in Bezug auf Kohlendioxid-Speichervorhaben aufweisen. Aus Gründen der Umweltvorsorge sollten diese Bereiche bei der Ausweisung von potenziellen Speichern gemieden werden. Soweit ein vollkommener Ausschluss der konfliktären Ausprägungen im Bereich des Speicherkomplexes nicht möglich ist, so sollten die betreffenden Flächen zumindest bei der Errichtung der Übertageanlagen, in deren Bereich auch im bestimmungsgemäßen Betrieb Auswirkungen nicht vollständig vermieden werden können, ausgespart werden. Für die Zulassungsverfahren konnte für den bestimmungsgemäßen Betrieb, während dessen das injizierte CO2 in seiner Gesamtheit prognosegemäß in der Speicherstätte verbleibt und der Speicher sich prognosegemäß entwickelt, eine vorläufige Abschätzung der möglichen Auswirkungen vorgenommen werden. Danach sind die meisten Beeinträchtigungen im Rahmen eines Zulassungsverfahrens durch Auflagen, Vermeidungs- und Ausgleichsmaßnahmen regelbar. Jedoch sind auch Fragen bezüglich der Eintrittswahrscheinlichkeiten und der Risiken für den nicht bestimmungsgemäßen Betrieb, d.h. für den Fall des Eintritts unplanmäßiger Ereignisse, die nie vollständig ausgeschlossen werden können und nicht der Genehmigung entsprechen, zu beantworten. Insoweit sind eine Vielzahl von Gutachten, u. a. Prognosen zu der zu erwartenden Intensität der spezifischen Wirkfaktoren einer CO2-Speicherung, erforderlich. Dies betrifft insbesondere Aussagen zu maximal zulässigen Raten und Absolutbeträgen für Landhebungen und -senkungen, zur Wahrscheinlichkeit und möglichen Magnitude von vorhabenbedingten Erdbeben, zur Wahrscheinlichkeit und zum möglichen Ausmaß von Veränderungen der Salzgehalte im (nutzbaren) Grundwasser und in Oberflächengewässern sowie zu potenziellen Wegsamkeiten bei CO2-Leckagen. Für die abschließende Bewertung im Rahmen der UVP fehlt es in vielen Fällen noch an Grenz- und Richtwerten in Bezug auf Beeinträchtigungen für den Menschen sowie für Lebensräume und Arten, so dass hier weitergehender Forschungsbedarf besteht.
The Carbon Dioxide Storage Act (Kohlendioxid-Speicherungsgesetz, KSpG) took effect as of 24 August 2012, which, in implementation the Carbon Capture and Storage Directive (CCS Directive) concerns the large-scale storage of CO2. The CCS Directive and the Carbon Dioxid Storage Act aim to ensure that CO2 is stored in an environmentally-friendly manner that avoids negative effects on and risks to the environment and human health. Section 5 of the Carbon Dioxide Storage Act provides for the assessment of the available storage potential in Germany (assessment of potential storage availabilities), for which the Federal Environmental Office must develop the technical basis for effective environmental precautions. The objective of this legal opinion was to develop manageable standards and methods for the assessment of potential storage availabilities with which the UBA (German Federal Environmental Agency) can assess the effects on the protectable goods of animals, plants, biological diversity, landscape, culture and other material goods as well as humans. Guidelines were also to be provided for statements of the UBA for approval proceedings. In order to estimate the impact within the framework of the assessment of potential storage facilities, particularly sensitive areas/spaces were determined which thus have a higher potential for conflict with regard to CO2 storage projects. As an environmental precaution, these areas should be avoided in the identification of potential storage areas. If it is not possible to completely exclude the conflictual characteristics in the area of the storage complex, the affected areas should at least be avoided in the construction of above-ground sites, in the area of which impact cannot be completely avoided even during operation as intended. A preliminary estimate of the potential effects could be made for the approval proceedings for the operation as intended during which the injected CO 2 remains entirely in the storage site as predicted and the storage site develops as predicted. In accordance therewith, most of the impairments can be regulated in the framework of approval proceedings through conditions, avoidance and compensatory measures. However, questions regarding the probability and risks for operation contrary to intended operation - i.e., in the event of irregular events which can never be completely ruled out and do not correspond to the approval - are to be answered. A multitude of legal opinions, such as predictions of the expected intensity of the specific active factors of CO2 storage, are necessary. This affects in particular statements regarding maximum permitted installments and absolute amounts for landrises or subsidence, the probability and possible magnitude of earthquakes caused by the project, the probability and potential extent of changes in salt content in (usable) groundwater and in surface waters and on potential paths in case of CO2 leakages. In many cases, limit values and guidelines with regard to the impairments for humans, habitats, and species are still lacking a conclusive assessment within the framework of the EIA. Therefore, further research is necessary.
Schriftenreihe
Texte ; 2018, 08 ppn:505871920