Spenden für den Natur-, Umwelt- und Klimaschutz : Ergebnisse zu Spendenaufkommen und Spendenverhalten : Teilbericht / von Florian Franke, Marlene Münsch (ConPolicy - Institut für Verbraucherpolitik, Berlin) ; im Auftrag des Umweltbundesamtes ; Redaktion: Fachgebiet III 1.1 - Kompetenzzentrum Nachhaltiger Konsum - Dr. Laura Spengler, Dr. Michael Bilharz
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Discovery
195034374X
URN
urn:nbn:de:gbv:3:2-123456789-1175139
DOI
ISBN
ISSN
Autorin / Autor
Beiträger
Körperschaft
Erschienen
Dessau-Roßlau : Umweltbundesamt, 2025
Umfang
1 Online-Ressource (95 Seiten, 10,04 MB) : Illustrationen, Diagramme
Ausgabevermerk
Sprache
ger
Anmerkungen
Abschlussdatum: November 2025
Quellenverzeichnis: Seite 81-86
Inhaltliche Zusammenfassung
Ziel der Studie ist es, einen fundierten Überblick über Spenden für Natur-, Umwelt- und Klimaschutz in Deutschland zu gewinnen und zentrale Einflussfaktoren, Muster und Herausforderungen dieses Engagements zu analysieren. Methodisch werden eine Literaturanalyse, eine quantitative Sekundärdatenanalyse sowie drei qualitative Fokusgruppen kombiniert. Die Ergebnisse zeigen, dass ein großer Teil der Bevölkerung angibt, bereits für Umweltzwecke gespendet zu haben, sich dies aber kaum im finanziellen Gesamtvolumen widerspiegelt: 2024 entfielen nur rund 3,3 Prozent aller Spenden auf diesen Bereich. Einer vergleichenden Studie zufolge belegt Deutschland zudem international beim Anteil des gespendeten Einkommens den vorletzten Platz. Die wichtigsten Einflussfaktoren für die Entscheidung, ob überhaupt gespendet wird, sind die persönliche Relevanz von Umwelt- und Klimaschutz, das Bildungsniveau und das Alter. Das Einkommen hat dagegen keinen direkten Einfluss darauf, ob gespendet wird oder nicht. Eine ausgeprägte Intentions-Verhaltens-Lücke findet sich vor allem bei jungen, hochgebildeten und stark umweltorientierten Personen. Spezifische Spenden für freiwillige CO₂-Kompensation werden erheblich seltener getätigt. Sie folgen teilweise ähnlichen Mustern, werden aber stärker durch Flughäufigkeit und einem urbanen Lebensumfeld beeinflusst. Die qualitativen Ergebnisse zeigen, dass Vertrauen, Transparenz und persönliche Nähe entscheidende Bedingungen für Spenden sind, während große Organisationen ambivalent wahrgenommen werden und regionale Projekte einen klaren Vertrauensvorteil besitzen. Da das Spendenverhalten meist nur dichotom in Studien erfasst wird, sollte zukünftige Forschung Spendenhöhe und -häufigkeit sowie definierte Spendenzwecke differenzierter erfassen. Für die Praxis erscheinen niedrigschwellige digitale Spendenoptionen, transparente Wirkungsinformationen, lokale Bezugspunkte und nutzerfreundliche Modelle wie Mikrospenden oder Daueraufträge als besonders wirksame Hebel zur Aktivierung ungenutzten Engagementpotenzials.
The aim of the study is to provide a well-founded overview of donations for nature, environmental and climate protection in Germany and to analyse the central influencing factors, patterns and challenges of this type of engagement. Methodologically, the study combines a literature review, a quantitative secondary data analysis and three qualitative focus groups. The results show that a large share of the population reports having donated to environmental causes, yet this is hardly reflected in the total financial volume: in 2024, only around 3.3 percent of all donations were allocated to this area. According to a comparative study, Germany also ranks second to last internationally in terms of the share of income donated. The most important factors influencing whether people donate at all are the personal relevance of environmental and climate protection, educational level and age. Income, by contrast, has no direct influence on whether someone donates or not. A pronounced intention–behaviour gap is particularly evident among young, highly educated and strongly environmentally oriented individuals. Specific donations for voluntary CO₂ compensation are made much less frequently. They follow partly similar patterns but are more strongly influenced by flight frequency and an urban living environment. The qualitative results show that trust, transparency and personal proximity are decisive conditions for donating, while large organisations are perceived ambivalently and regional projects enjoy a clear trust advantage. Since donation behaviour is typically measured only dichotomously in studies, future research should record donation amounts and frequency, as well as clearly defined donation purposes, in a more differentiated way. For practical application, low-threshold digital donation options, transparent information on impact, local points of reference and user-friendly models such as micro-donations or standing orders appear to be particularly effective levers for activating unused engagement potential.
Schriftenreihe
Texte. Umweltbundesamt ; 2025, 156 ppn:505871920
REFOPLAN des Bundesministeriums Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz
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