Nachhaltige Ernährung und Bürgerbeteiligung : deliberative Bewertung und Ergänzung umweltpolitischer Interventionsoptionen in das Ernährungssystem : Abschlussbericht / von lexander Schrode, Katharina Herrmann (NAHhaft e. V.), Dr. Margit Aufterbeck-Martin, Julia Wirth, Carolin Piras (ifok GmbH, Bensheim), Lea Kliem, Julia Fülling (IÖW, Berlin), Prof. Brigitte Geißel, Alan Marx (Forschungsstelle Demokratische Innovationen, Goethe-Universität Frankfurt) ; im Auftrag des Umweltbundesamtes ; Redaktion: Umweltbundesamt Fachgebiet I 1.1 Grundsatzfragen, Nachhaltigkeitsstrategien und -szenarien, Ressourcenschonung - Anne Klatt, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz Referat G III 4 Bürgerkommunikation, Bürgerbeteiligung - Daniel Hanzlik, Samantha Sobczyk, Referat G III 5 Umwelt und Ernährung - Anastasia Guretskaya, Julia Seim

Download7.53 MB

Discovery

1967718202

URN

urn:nbn:de:gbv:3:2-123456789-1179939

DOI

ISBN

ISSN

Koordinaten

Skalierung

Beiträger

Körperschaft

Erschienen

Dessau-Roßlau : Umweltbundesamt, 2026

Umfang

1 Online-Ressource (137 Seiten, MB) : Illustration, Diagramme

Ausgabevermerk

Sprache

ger

Anmerkungen

Abschlussdatum: Juli 2024
Quellenverzeichnis: Seite 114-117
Sprache der Zusammenfassung: Deutsch, Englisch

Inhaltliche Zusammenfassung

Für die Verwirklichung der Agenda 2030 und die Erreichung international vereinbarter Klima- und Biodiversitätsziele bedarf es in den Ländern mit hohen Anteilen tierischer Lebensmittel auch einer Veränderung von Ernährungsmustern in Richtung stärker pflanzenbetonter Ernährungsweisen. Denn eine solche Ernährungsweise kann die bei Produktion, Vertrieb und Konsum von Lebensmitteln entstehenden Treibhausgasemissionen und Ressourcenverbräuche deutlich senken (Benton et al. 2021, Clark et al. 2020, Springmann et al. 2020, Sorg et al. 2021, UBA 2022). Zudem weist eine stärker pflanzenbetonte Ernährungsweise zahlreiche gesundheitliche Vorteile auf (s. z. B. Wang et al. 2023). Dabei ist die Gestaltung der Ernährungsumgebung ein entscheidender Faktor, auf den Individuen nur begrenzt Einfluss nehmen können. Die Ausrichtung von Ernährungsumgebungen auf die Unterstützung von umwelt- und gesundheitsförderlichen Ernährungsweisen kann durch geeignete politische Maßnahmen unterstützt werden. Als geeignetes Format für die Entwicklung von politischen Handlungsempfehlungen, die von einer Vielfalt von Bürgerinnen*Bürgern akzeptiert und begrüßt werden, haben sich partizipative Verfahren erwiesen. Mit dem vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) und dem Umweltbundesamt (UBA) initiierten Vorhaben konnte das Format der deliberativen Bürger*innenbeteiligung im Ernährungsbereich bundesweit praktisch umgesetzt werden. Der thematische Fokus lag dabei auf der Entwicklung von Maßnahmen, die den Verzehr pflanzlicher Produkte steigern können, dem sogenannten "dietary shift". Realisiert wurde der partizipative Prozess von einem Konsortium aus NAHhaft (gemeinnützige Organisation für Forschung, Bildung und Beratung für zukunftsfähige Ernährungsstrategien), der Strategie- und Kommunikationsberatung ifok, dem Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) sowie der Forschungsstelle Demokratische Innovationen an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, die den Prozess evaluiert hat. Im Mittelpunkt des Vorhabens stand die Durchführung des Bürger*innen-Dialogs Nachhaltige Ernährung. Die teilnehmenden Bürger*innen wurden gesellschaftlich repräsentativ und per stratifizierter Zufallsauswahl ausgewählt, um demokratische Teilhabeprinzipien zu garantieren. Unterstützt von Expertinnen*Experten entwickelten die Bürger*innen 13 konkrete Maßnahmen, welche die politische Umsetzung einer nachhaltigen Ernährung unterstützen können. Dabei stellten sich aus ihrer Sicht drei Maßnahmen als besonders bedeutsam heraus: 1. die Förderung des Angebots pflanzenbasierter Mahlzeiten in der Gemeinschaftsverpflegung, 2. die umweltfreundliche Besteuerung und Subventionierung von Lebensmitteln, 3. die Einführung eines Umwelt- und Gesundheitslabels für Lebensmittel. Als innovatives Format wurden in einer anschließenden Erprobungsphase drei unterschiedliche Veränderungen (u. a. aus den Bereichen Ernährungsweise und Preispolitik) von den Teilnehmenden in ihrem Alltag getestet und entsprechende Herausforderungen im Sinne von Hindernissen bei der Umsetzung und passende Lösungsmöglichkeiten dokumentiert. Zudem wurde mit einer aufsuchenden Beteiligung und einem Review von Expertinnen*Experten eine (externe) Kommentierung der Maßnahmenempfehlungen eingeholt. Am Ende des Vorhabens überreichten die Bürger*innen ihre Maßnahmenvorschläge im Rahmen einer Abschlussveranstaltung dem Staatssekretär des BMUV.
To achieve the 2030 Agenda and internationally agreed climate and biodiversity targets, countries with a high proportion of animal-based food will also need to shift their dietary patterns towards a more plant-based diet. This is because such diets can significantly reduce greenhouse gas emissions and resource use associated with food production, distribution and consumption (Clark et al. 2020, Springmann et al. 2020, Sorg et al. 2021, UBA 2022). In addition, a more plant-based diet has numerous health benefits (see e. g. Wang et al. 2023). The design of the food environment is a crucial factor that individuals can only influence to a limited extent. The development of the food environment to support environmentally friendly and healthy diets can be supported by appropriate policies. Participatory processes have proven to be an appropriate format for developing policy recommendations that are accepted and welcomed by a wide range of citizens. The project, which was initiated by the German Federal Ministry for the Environment, Nature Conservation, Nuclear Safety and Consumer Protection (BMUV) and the Federal Environment Agency (UBA), made it possible to implement the deliberative citizen participation format in the food sector on a national scale. The thematic focus was on developing measures to increase the consumption of plant-based products, the so-called "dietary shift". The participatory process was implemented by a consortium consisting of NAHhaft (non-profit organization for research, education and consulting for sustainable nutrition strategies), the strategy and communication consultancy ifok, the Institute for Ecological Economy Research (IÖW) and the Research Centre for Democratic Innovation at the Goethe University Frankfurt am Main, which evaluated the process. The focus of the project was the implementation of the citizens' dialogue on sustainable food. The participating citizens were selected on a socially representative basis and by stratified random sampling to ensure democratic principles of participation. With the support of experts, the citizens developed 13 concrete measures to support the political implementation of sustainable nutrition. They identified three measures as particularly important from their point of view: 1. the promotion of plant-based meals in public catering, 2. environmentally friendly taxation and subsidies for food, 3. the introduction of an environmental and health label for food. As an innovative format, participants tested three different changes (including in the areas of diet and pricing policy) in their everyday lives during a subsequent trial phase and documented corresponding challenges in terms of obstacles to implementation and possible solutions. In addition, (external) comments on the recommended measures were obtained through outreach participation and expert review. At the end of the project, the citizens presented their proposed measures to Secretary of State of the BMUV at a final event.

Schriftenreihe

Texte. Umweltbundesamt ; 2026, 21 ppn:505871920
REFOPLAN des Bundesministeriums Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz

Gesamttitel

Band

Zeitschriftentitel

Bandtitel

Beschreibung

Schlagwörter

Zitierform

enthaltene Monographien

enthalten in mehrteiligem Werk

Vorgänger dieser Zeitschrift

Nachfolger dieser Zeitschrift