Moderne Ethik - Ethik der Moderne : fünf Thesen aus ordonomischer Sicht / Ingo Pies
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Moderne Ethik - Ethik der Moderne Discovery
644132809
URN
urn:nbn:de:gbv:3:2-10885
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Erschienen
Halle : Martin-Luther-Univ. Halle-Wittenberg, Lehrstuhl für Wirtschaftsethik, 2010
Umfang
Online-Ressource (PDF-Datei: 12 S., 0,11 MB)
Ausgabevermerk
Sprache
ger
Anmerkungen
Zusammenfassung in englischer Sprache
Inhaltliche Zusammenfassung
Dieser Beitrag formuliert fünf Thesen zum Theoriedesign einer modernen Ethik. Sie lauten: 1. Eine moderne Ethik muss als eine Ethik der Moderne entwickelt werden, als eine Ethik der modernen (Welt-)Gesellschaft. 2. Die vornehmste Aufgabe der Ethik besteht darin, vor Moral(isierung) zu warnen, und zwar insbesondere deshalb, weil die öffentliche Moralkommunikation in vielen Fällen Gefahr läuft, die Verwirklichung moralischer Anliegen zu be- oder gar zu verhindern. 3. Die moderne Gesellschaft konstitu(tionalis)iert sich als Wachstumsgesellschaft, indem sie lernt, mittels geeigneter institutioneller Arrangements Wettbewerb als Anreizinstrument funktional einzusetzen. 4. Das Signum der modernen Gesellschaft sind Diskrepanzen zwischen Sozialstruktur und Semantik. 5. Diskrepanzen zwischen Sozialstruktur und Semantik können in eine Kolonialisierung des Systems durch die Lebenswelt münden, insbesondere durch den Wunsch, lebensweltliche Moralvorstellungen imperativisch implementieren zu wollen, was dann oft - durchaus ungewollt - die missliche Folge hat, die gesellschaftlichen Funktionssysteme nicht besser in Kraft, sondern gerade umgekehrt außer Kraft zu setzen.
This article proposes five propositions with regard to the theory design of modern ethics: 1. Modern ethics has to be developed as an ethics of modernity, an ethics of the modern world society. 2. The primary task of a modern ethics is to warn against moralization because in many cases the moral communication in public discourse runs the danger to handicap and even obstruct the successful realization of moral concerns. 3. Modern society constitutes (and constitutionalizes) itself as a growth society via learning how to make use of competitive processes and their incentive properties. 4. Discrepancies between social structure and semantics are the hallmark of modernity. 5. Such discrepancies might lead to a colonization of systems by "Lebenswelt" (lifeworld) imperatives.
Schriftenreihe
Diskussionspapier ; Nr. 2010, 8 ppn:571346170